I’m lucky, I’m Luke – Ein Abend mit Luke Mockridge

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Multitalent Luke Mockridge stand in der Aula am Aasee auf der Bühne. (Foto: kut)
Multitalent Luke Mockridge stand in der Aula am Aasee auf der Bühne. (Foto: kut)

Er ist ein Allround-Talent. Mühelos begeisterte Luke Mockridge am Samstagabend in der münsterschen Aula am Aasee mit seinem Programm „I’m lucky, I’m Luke“ 600 junge Zuschauer und sorgte damit einen Tag nach den Terroranschlägen in Paris für gute Laune. Mockridge tourt seit drei Jahren durchs Land und ist dabei ganz schön rumgekommen. Liebevoll beschrieb er Münster zu Beginn der Show: „Münster ist immer eine schöne Stadt! Ich bin heute durch die Innenstadt gelaufen, alle radeln mit ihrem Rad, füttern die Enten…das ist wie der Anfang eines Disneyfilms!“ 

Der  Comedian hatte sich bewusst dafür entschieden, die Veranstaltung nicht abzusagen. „Es ist schrecklich, was da in Paris passiert ist. Aber wenn wir jetzt aufhören, lustig zu sein, dann haben die ihr Ziel erreicht – und das will ich nicht!“, sagte er am Rande seines Auftritts im Interview. Erwähnt hat er die Vorfälle während seines Soloprogramms nicht: „Es gab zwei Momente, in denen ich kurz überlegt habe, etwas dazu zu sagen“, erzählte er hinterher. „Aber dann habe ich es gelassen, denn man sollte diesen Terroristen gar nicht so viel Aufmerksamkeit schenken.“

In der Show „I’m lucky, I’m Luke“ geht es um die Schulzeit, die erste Liebe, One Night Stands oder Whatsapp, aber vor allem um die Kindheit in den 1990er-Jahren. Mit Erinnerungen an Mario Kart, Pokémon und Center Shocks sorgte der Sohn des kanadischen Schauspielers Bill Mockridge und der italienischen Schauspielerin und Kabarettistin Margie Kinsky für nostalgische Stimmung. Mockridge: „Heute ist alles digital, alle haben Facebook. Früher da hatte man noch Nokia-Handys und Snake!“

Musik ist ein wichtiger Bestandteil seines Programms. Der 26-Jährige spielte Klavier und Gitarre und riss mit Songs wie „Wannabe“ und „Coco Jambo“ sein Publikum mit: „Ey, wir klingen gut! Sollen wir eine Band gründen? Mit 600 Leuten?“ So wurde die Aula am Aasee spontan zum Proberaum. Als er den Männern Tipps gab, mit welchen Songs sie am Besten die Mädels rumkriegen und das Lied „Wonderwall“ performte, gab es ein „Sternenmeer aus I-Phones“.

Obwohl der 26-Jährige über eine gute Stimme verfügt, denkt er nicht an eine Gesangskarriere: „Ich bin einfach zu lustig, um Rockstar zu werden“, findet er. Musik sei aber ein wichtiger Teil seines Lebens, er sei vor allem Fan deutscher Musik, Künstler wie Joris und Mark Forster gefallen ihm. Mittlerweile kennt er auch einige von ihnen persönlich und lädt sie gern in seine TV-Show „Luke! Die Woche und ich“.

Luke Mockridge nach der Show im Gespräch mit Corina Rosa Clemente von ALLES MÜNSTER. (Foto: kut)
Luke Mockridge nach der Show im Gespräch mit Corina Rosa Clemente von ALLES MÜNSTER. (Foto: kut)

Erst vor kurzem moderierte er die 1LIVE Comedy-Nacht XXL mit 14.000 Menschen, was auch für ihn überwältigend gewesen sei, wie er sagt. Trotzdem genießt er die kleineren Auftritte wie den in Münster, da die intime Atmosphäre ebenfalls etwas Schönes habe. Angefangen hat seine Karriere vor nur  sechs Personen in einer Show in Köln: „Am Anfang macht man alles. Da fährt man sogar für  vier Euro Gage und  `nem Schnitzel durch ganz Deutschland, um aufzutreten“, berichtete er.

Einen entscheidenden Schlüsselmoment, in dem er merkte, dass aus Leidenschaft ein Beruf geworden ist, gab es nicht: „Es lief einfach alles und plötzlich wurde aus dem, was ich machte, professionelles Business. Das merkt man vor allem, wenn man plötzlich Entscheidungen treffen und seine Auftritte richtig planen muss. Es ist aber keine Arbeit, für mich ist es ein Segen, machen zu können, was mir Spaß macht.“

Sich selber – auch in der Sitcom „Die Mockridges“ im WDR mit seiner ganzen Familie – sieht er nicht so gerne im Fernsehen an: „Für mich ist das mein Arbeitsplatz. Ich gucke mir das nur an, um die Shows zu analysieren, aber ansonsten trenne ich Arbeit und Freizeit. Da zocke ich lieber FIFA mit meinen Jungs!“ Gerade wenn er viel unterwegs ist, bleibt aber nicht viel von dieser Freizeit. Deswegen sei es wichtig, sich Inseln zu bauen, meinte er. Um auch mal von dem ganzen Trubel abzuschalten, sich einfach mal eine Pizza zu bestellen oder mit Freunden zu telefonieren.

Wichtig scheint dem Künstler der Kontakt zu den Fans zu sein. Während seines Programms am Samstag las er gar Posts aus Facebook vor, die in der Pause geschrieben worden waren. Auch nach der Show nahm er sich für jeden der vor allem weiblichen Fans Zeit, schrieb Autogramme und machte Selfies. Dabei bedankte er sich mit viel Charme und Spaß bei jedem fürs Kommen. Nur beim Flirten, versicherte der Comedian, sei er kein Sprücheklopfer. Da sollte man authentisch sein und keine Rolle spielen.

Seine Shows sind fast alle ausverkauft. Für alle Interessierten gibt es aber neue Termine bis Frühjahr 2016.

(Corina Rosa Clemente)

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