Gorilla-Dame Tara lebt jetzt in Münster Allwetterzoo betont: Umzug gehört zum natürlichen Verhalten

Tara, ein Weibchen der Westlichen Flachlandgorillas, ist am Montag ins Menschenaffenhaus eingezogen. (Foto: Erlebnis-Zoo Hannover)
Tara, ein Weibchen der Westlichen Flachlandgorillas, ist am Montag in das Menschenaffenhaus im Allwetterzoo eingezogen. (Foto: Erlebnis-Zoo Hannover)

Für die Gorilla-Gruppe im Allwetterzoo Münster hat eine neue Bewohnerin die vergangenen Tage besonders spannend gemacht: Am Montag ist Tara, ein Weibchen der Westlichen Flachlandgorillas, ins Menschenaffenhaus eingezogen. Die Neunjährige stammt aus dem Zoo Hannover und hat inzwischen ihre neue Gruppe kennengelernt.

Tara wurde im Zoo Hannover geboren und verbrachte dort ihre ersten Lebensjahre. Das ist bei Gorillas üblich, denn junge Weibchen bleiben zunächst eng bei ihrer Mutter. Mit acht bis zehn Jahren verlassen sie ihre ursprüngliche Gruppe, wenn sie geschlechtsreif werden. In freier Wildbahn verhindert dieses Verhalten Inzucht, da sich in einer Gorilla-Gruppe in der Regel nur das dominante Männchen – der Silberrücken – fortpflanzt.

Für Tara wurde im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) ein Platz im Allwetterzoo Münster gefunden. Dort lebt sie künftig mit Silberrücken N’Kwango sowie den Weibchen Changa und Shasha und dem Jungtier Kiano zusammen.

Erste Begegnungen verlaufen ruhig

Nach einem Tag, den Tara zur Eingewöhnung nutzen konnte, wurde sie mit ihrer neuen Gruppe zusammengeführt. „Das erste Kennenlernen mit den anderen Gorillas lief sehr gut und harmonisch. Tara hat ihr neues Zuhause neugierig erkundet. Sie hat aber noch nicht alle Teile davon gesehen, das machen wir Schritt für Schritt, damit sie sich langsam an ihre neue Umgebung gewöhnen kann“, sagt Kuratorin Isabel Seyrling.

Die Tierpfleger aus Hannover beschreiben Tara als neugierigen „Wirbelwind“, der gerne Neues ausprobiert. Für die ersten Tage in Münster wurde sie von einem Tierpfleger aus Hannover begleitet. „Das macht es für uns und auch für Tara leichter, da wir so viel schneller ein Gespür für sie bekommen können und sie sich so auch hoffentlich schnell an uns gewöhnen kann“, so Seyrling. Derzeit bleibt das Gorillahaus für Besucher noch geschlossen.

Neues Gorilla-Weibchen soll für Nachwuchs sorgen

Wenn Tara sich gut eingelebt hat, wird sie – so die Hoffnung – zum Erhalt der vom Aussterben bedrohten Westlichen Flachlandgorillas beitragen. Gorillas sind die größten Menschenaffen der Welt. Sie leben in der Natur ausschließlich in den Regenwäldern Zentral- und Westafrikas.

Die größten Bedrohungen für die Menschenaffen stellen heutzutage Wilderei, Lebensraumverlust, Krankheiten und die Folgen des Klimawandels dar. Nach Schätzungen der Umweltorganisation WWF Deutschland werden bis zum Jahr 2030 mehr als 90 Prozent des heute noch vorhandenen Gorilla-Lebensraums zerstört sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert