„Wir fühlen uns wahrgenommen!“ Gastronomen und Stadt Münster trafen sich zum Gastro-Gipfel

Beim Gastro-Gipfel wurde die angespannte Lage der Gastronomie in Münster thematisiert.(Archivbild: Michael Bührke)
Beim Gastro-Gipfel wurde die angespannte Lage der Gastronomie in Münster thematisiert.(Archivbild: Michael Bührke)

„Wir können die Corona-Krise nicht wegzaubern“, hieß es von Oberbürgermeister Markus Lewe in seiner Einladung an Vertreter der lokalen Gastronomie, Hotellerie, IHK und Entscheider der Verwaltung zum „Gastro-Gipfel“. Aber er versprach: „Was die Stadt tun kann, um ihrer Gastronomie zu helfen, werden wir unternehmen.“ Konkrete Entscheidungen wurden heute nicht getroffen, aber einige Weichen gestellt.

„Der Corona-Lockdown trifft Gaststätten, Kneipen und die Hotellerie in Münster mit voller Wucht“, weiß OB Lewe, viele Betriebe sind in ihrer Existenz bedroht. Hendrik Eggert, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (DeHoGa) in Münster, verdeutlicht: „Wir brauchen jetzt Hilfe. Dabei geht es um immense Summen. Aber doch nur um einen Bruchteil der Zahlungen, die wir in normalen Zeiten in die öffentlichen Kassen einzahlen.“ Neben der Stadt sieht der DeHoGa-Vorsitzende auch das Land und den Bund in der Pflicht, das Überleben der Gastronomie zu sichern.

Aus Sicht von Joachim Brendel von der IHK Nord Westfalen entstehe „das besondere Flair der Innenstadt aus dem Zusammenspiel von Einkaufen, Flanieren und Verweilen.“ Hierzu brauche es zumindest eingeschränkt geöffnete Cafés und Restaurants. Wolfgang Heuer, Leiter des städtischen Krisenstabes, dämpfte allerdings die Hoffnungen auf einen baldigen Normalbetrieb: „Wenn wir nach den bisherigen Erfolgen bei der Bekämpfung der Pandemie jetzt unvorsichtig werden, kann ein erneuter Ausbruch des Infektionsgeschehens möglicherweise zu noch strengeren Kontaktverboten führen.“ Heuer versprach allerdings, gezielt im Vorfeld einer Wiedereröffnung nach Flächen zu suchen, „auf denen wir der Gastronomie vorübergehend zusätzliche Möglichkeiten für die Außenbewirtung anbieten können.“ Außerdem stundet die Verwaltung der Gastronomie bereits in großzügigem Umfang Gewerbesteuerzahlungen. Zusätzlich werden Hilfen für die Gastronomen bei der Vergnügungssteuer geprüft.

„Taskforce Gastronomie“

Oberbürgermeister Markus Lewe versprach, den Unmut der Gastronomen über die oft schleppende Auszahlung von Soforthilfen und Überbrückungskrediten an geeigneten Adressen im Land und beim Bund zu platzieren. „Ich denke, es ist ganz gut gelaufen“, findet Marcus Geßler, DeHoGa-Sprecher der Innenstadtgastronomie. Zeitnah soll nun eine „Taskforce Gastronomie“ gegründet werden, die aus Vertretern von Gastronomie, Stadtverwaltung, Stadtmarketing und Banken besteht. Hier soll der gemeinsame Austausch im Mittelpunkt stehen, bei dem auch der Bereich der Hotels, Veranstalter und Clubs in den Blick genommen werden soll. Ein ressortübergreifender Ansprechpartner bei der Stadt soll den direkten Kontakt erleichtern und die einzelnen Bedürfnisse sammeln.

Es sei ein „sehr gutes Gespräch“ gewesen, resümiert auch Erkan Ular, der in Münster unter anderem die Weinbar Idéal und das Smells Like betreibt. Gastronomen und Stadtverwaltung hätten sich „gut eingebracht“, sagt er und ist sich sicher: „Es geht in die richtige Richtung, wir fühlen uns wahrgenommen.“ Im sozialen Netzwerk Facebook wollen die Gastronomen aus Münster im Kollektiv über den Fortlauf informieren. „Wir ziehen derzeit alle an einem Strang“, sagt Ular und betont das derzeit Positive: „Diese Krise schweißt zusammen.“

In Münster gibt es etwa 850 gastronomische Angebote, in denen etwa 5600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiten.

 

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