„Früherkennung hat mir das Leben gerettet“

Früherkennung kann Leben retten, so wie das von Gisela Gravelaar. Dr. Jan Groetzner (1. v.l.) und Dr. Frank Fischer gehören zu den Experten der MAgKs. (Foto: Michael Bührke)

Patienten, die in Krebszentren behandelt werden, leben statistisch gesehen länger, wer den Krebs bei einer Vorsorge früh entdeckt, kann besser behandelt werden und manche Krebserkrankungen sind sogar vollständig heilbar – wer mehr darüber wissen möchte, geht am Mittwoch zum Patiententag in die Bezirksregierung am Domplatz. Der große Informationstag der Münsteraner Allianz gegen Krebs (MAgKs) steht im fünften Jahr unter dem Motto „Früherkennung, Prävention und Umgang mit Krebs“.

Der frühen Entdeckung eines Lungentumors hat es auch Gisela Gravelaar zu verdanken, dass es ihr heute gut geht. Durch einen Zufall wurde bei der 65-Jährigen im vergangenen Jahr Lungenkrebs entdeckt. „Im August hatte ich eine Bronchitis und im Dezember eine Lungenentzündung. Deshalb und weil ich 50 Jahre starke Raucherin war, schickte meine Hausärztin mich zum Röntgen“, erinnert sich Gisela Gravelaar. „Eine klassische Früherkennung im eigentlichen Sinne ist das nicht, denn die gibt es für Lungenkrebs noch nicht, so wie man sie für Brust- oder Darmkrebs kennt. Aber das wollen wir langfristig ändern“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Jan Groetzner, Leiter der MAgKs und Oberarzt der Klinik für Thoraxchirurgie im Clemenshospital. Denn trotz rückläufiger Zahlen gebe es immer noch 7.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Lungenkrebs ist bei Männern der zweithäufigste Krebs, bei Frauen der dritthäufigste – mit einer der höchsten Sterblichkeitsraten. „Vorsorge ist so wichtig, weil Krebs, vor allem im Frühstadium, nicht weh tut“, gibt Dr. Frank Fischer, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Raphaelsklinik zu bedenken. „Und eine Darmspiegelung tut nur halb so weh, wie ein Stoma.“ Jan Groetzner ergänzt: „Hautkrebsvorsorge tut gar nicht weh. Je früher ein Krebs erkannt wird, desto besser ist die Überlebenschance und desto leichter und schonender die Behandlung.“

Gisela Gravelaar wurde rechtzeitig operiert. Das obere Drittel ihrer Lunge wurde vor zwei Wochen entfernt, aber sie hat keine Metastasen, benötigte keine Chemotherapie und keine Bestrahlung. Heute geht es ihr schon wieder gut. „Ich gehe gleich mit meinem Mann in die Stadt zum Bummeln. Die Früherkennung hat mir das Leben gerettet.“

Bei dem Patiententag werden neben medizinischen Experten der drei Beteiligten Kliniken der MAgKs auch zahlreiche Fachleute aus den nichtmedizinischen Bereichen zu Wort kommen, so zum Beispiel aus den Bereichen Ernährungswissenschaft und aus den Selbsthilfegruppen. Die Leiterin der Krebsberatungsstelle Münster, Gudrun Bruns, stellt die Angebote der Einrichtung in den Bereichen „Beratung und Begleitung“ vor. Neben den Vortragsrunden gibt es zahlreiche Informationsstände der Tumorzentren und Selbsthilfegruppen.

Die Münsteraner Allianz gegen den Krebs (MAgKs) ist ein Zusammenschluss des Clemenshospitals, der Fachklinik Hornheide und der Raphaelsklinik zur Verbesserung  der Versorgung von Krebspatienten durch Gründung eines gemeinsamen Onkologischen Zentrums. Der enge Austausch zwischen den verschieden Fachdisziplinen der insgesamt zehn zertifizierten Organkrebszentren in diesem Zusammenschluss ermöglicht die optimale Behandlung gerade bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, bei den oft mehrere Bereiche betroffen sind. In sogenannten Tumorkonferenzen tauschen sich Chirurgen, Strahlentherapeuten, Onkologen und andere Experten aus. „Viele Patienten kommen auch zur Einholung einer Zweitmeinung von der MAgKs in eine der Kliniken“, erklärt Groetzner, „wir sagen nicht einfach „so oder so“. Zehn Fachleute besprechen das in einer Konferenz und dann sagen wir etwas dazu.“

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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