Auslands-Fachkräfte werden qualifiziert Franziskus-Stiftung ist Partner im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“

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Dr. Daisy Hünefeld (li.), Vorstand St. Franziskus-Stiftung Münster, und Dr. Gertrud Bureick, Projektleiterin bei der St. Franziskus-Stiftung Münster, mit dem Projekt- und Fördervertrag zur Qualifizierung zugewanderter Pflegepersonen. (Foto: Franziskus Stiftung)
Dr. Daisy Hünefeld (li.), Vorstand St. Franziskus-Stiftung Münster, und Dr. Gertrud Bureick, Projektleiterin bei der St. Franziskus-Stiftung Münster, mit dem Projekt- und Fördervertrag zur Qualifizierung zugewanderter Pflegepersonen. (Foto: Franziskus-Stiftung)

Um eine qualifizierte Kranken- und Altenpflege sicherzustellen, werden zukünftig deutlich mehr Pflegepersonen benötigt. Ein Teil dieses Bedarfs kann durch Zuwanderung von Fachkräften gedeckt werden, die in ihren Herkunftsländern bereits eine entsprechende Berufsausbildung oder akademische Ausbildung abgeschlossen haben und durch eine Nachqualifizierung den in Deutschland ausgebildeten Pflegepersonen fachlich gleichgestellt werden. Die St. Franziskus-Stiftung Münster hat dazu ein Projekt initiiert und wird zunächst in den Jahren 2019 und 2020 in drei speziell konzipierten Kursen 60 Pflegefachkräfte aus dem Ausland für den Einsatz im deutschen Gesundheitssektor weiterbilden.

„Unser Ziel ist, ausländische Pflegefachkräfte durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen fachlich mit Pflegepersonen gleichzustellen, die in Deutschland ausgebildet wurden, und ihnen adäquate Erwerbsmöglichkeiten zu eröffnen“, so Dr. Daisy Hünefeld, Vorstand der St. Franziskus-Stiftung Münster, die zu den größten Krankenhausträgern Deutschlands zählt. Das von der Stiftung getragene Projekt ist Bestandteil des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ in Nordrhein-Westfalen und wird in diesem Rahmen mit rund 300.000 Euro aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds gefördert. Der entsprechende Vertrag zwischen dem Westdeutschen Handwerkskammertag e.V. in Düsseldorf, der als Mittelinstanz beteiligt ist, und der St. Franziskus-Stiftung Münster wurde jetzt unterzeichnet. Ziel des Programms ist die Verbesserung der Arbeitsmarktchancen für erwachsene Migrantinnen und Migranten durch Anerkennung, Qualifizierung, interkulturelle Kompetenzentwicklung und damit Fachkräftesicherung.

Konkret wird an der Schule für Gesundheitsberufe des St. Franziskus-Hospitals Münster ein spezieller modularer Lehrgang aufgebaut, der besonders die im Rahmen der Gleichwertigkeitsprüfung festgestellten Nachschulungsbedarfe berücksichtigt. Die fachlichen Unterrichtseinheiten werden in schuleigenen Demonstrationsräumen durchgeführt. Dazu gehört auch der Umgang mit EDV-gestützten Dokumentationsprogrammen und krankenhausspezifischer Software. Aufgrund des breiten medizinisch-pflegerischen Spektrums der Krankenhäuser und Fachkliniken der St. Franziskus-Stiftung Münster werden praktische Einsätze in nahezu allen Bereichen angeboten, in denen individueller Lernbedarf besteht oder in denen spezielle Kompetenzen erforderlich sind. Bestandteil der Maßnahme ist auch die Vermittlung personaler und interkultureller Kompetenzen. So werden den Teilnehmern unter anderem sprachliche und alltagssprachliche Besonderheiten näher gebracht, um sie bestmöglich auf Patientenkontakte vorzubereiten. Regelmäßige Praxisbegleitungen durch speziell geschulte Mentoren sichern den Theorie-Praxis-Transfer und fördern die Entwicklung sprachlicher Fähigkeiten. Darüber hinaus findet ein individuelles „Sprachcoaching“ statt.

„Der Bedarf an pflegerischem Fachpersonal in Deutschland wird hoch bleiben; eine Sättigung des Arbeitsmarktes ist nicht zu erwarten“, so Dr. Hünefeld. Da die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittländern, beispielsweise den Philippinen, künftig noch zunehmen wird, um dem Pflegenotstand in Deutschland entgegenzuwirken, steigt der Bedarf an konkreten fachlichen Angeboten zur Qualifizierung dieser Zielgruppe weiter an. „Wir haben ein sorgfältig konzipiertes und gründlich durchdachtes Projekt an den Start gebracht, das wir in der nun beginnenden Durchführungsphase kontinuierlich begleiten und anschließend umfassend evaluieren werden“, betont Dr. Hünefeld. So zeichne sich bereits jetzt ab, dass die Qualifizierungsmaßnahme nach Abschluss des dritten Kurses im Jahr 2020 voraussichtlich mit weiteren Kursen verlängert werde.

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