Erste Flüchtlingsunterkünfte schließen

Auch das alte Hauptzollamt in der Sonnenstraße wird freigezogen. (Archivbild: th)
Auch das alte Hauptzollamt in der Sonnenstraße wird freigezogen. (Archivbild: th)

In kürzester Zeit wurden im letzten Jahr wegen der hohen Anzahl von Flüchtlingen viele Unterkünfte geschaffen. Im Vordergrund stand, Obdachlosigkeit zu vermeiden und dabei auf Zeltunterkünfte und Unterbringung in Turnhallen zu verzichten. In den nächsten Wochen werden nun sieben Unterkünfte geschlossen.

Derzeit leben 3354 Flüchtlinge in städtischen Unterkünften. Das sind rund 800 weniger als Mitte Februar 2016, teilt die Stadt Münster in einer entsprechenden Meldung mit. Seit Anfang Februar seien Münster nur wenige Zuflucht suchende Menschen zugewiesen worden. Ob und wann sich die Zuweisungszahlen wieder ändern, könne derzeit nicht abgeschätzt werden, da weiterhin weltweit starke Flüchtlingsströme stattfinden. Für Münster sei es deshalb sehr wichtig, dass Reservekapazitäten für Flüchtlinge vorgehalten werden.

In Gremmendorf-West und Angelmodde werden die Platzzahlen am stärksten sinken. Die jetzigen Bewohner ziehen zumeist in andere Unterkünfte. Um Kinder und Jugendliche in ihrer vertrauten Umgebung zu belassen, ist die Stadt bemüht, Kita- oder Schulwechsel zu vermeiden. Die meisten Häuser, die zurückgegeben werden, hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bis zum 31. Dezember 2016 befristet der Stadt für die Unterbringung geflüchteter Menschen mietfrei überlassen. Andere Gebäude befinden sich in einer wenig integrierten Lage oder in schlechtem baulichem Zustand oder verfügen nur über Sanitäranlagen in Containern.

Die folgenden Einrichtung werden bis zum Jahresende geschlossen: Boelckeweg, Buschstraße, Fitzmauriceweg, Rumphorstweg, Sonnenstraße, Wesselerweg, Zum Häpper. In Einrichtungen Angelsachsenweg, Borghorstweg, Lützowstraße, Muckermannweg, Von-Esmarch-Straße werden die Kapazitäten zurückgefahren. Auch das ehemalige Hauptzollamt wird freigezogen, dort plant die Stadt eine Kindertagesstätte.

Dazu müssen auch weitere dauerhafte Unterbringungskapazitäten gebaut werden, um temporäre Einrichtungen abzulösen. Bis Mitte des Jahres standen lediglich 14 Prozent der Plätze als dauerhafte Einrichtungen in Massivbauweise zur Verfügung. Deshalb werden bis Ende 2016 neue Gebäude mit zirka 370 Plätzen erstellt. Darunter sind zwei Wohnheime in Massivbauweise für jeweils 50 Menschen in Gelmer und Sprakel sowie verschiedene Übergangseinrichtungen in Holzrahmenbauweise.

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