Ernährungsrat: Regionalvermarktung im Aufwind

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Florian Rösler (Landwirtschaftskammer NRW), Annika Ahlers (Anni's Bauernbox), Hendirk Homann (Münsterländer Hofkiste) und Damian Winter (Koordinationsteam Ernährungsrat Münster i.G.) (Foto: Privat)
Florian Rösler (Landwirtschaftskammer NRW), Annika Ahlers (Anni’s Bauernbox), Hendirk Homann (Münsterländer Hofkiste) und Damian Winter (Koordinationsteam Ernährungsrat Münster i.G.) (Foto: Privat)

Über vier Monate ist es nun her, dass die Corona-Pandemie auch in Münster das gesellschaftliche Leben auf den Kopf stellte. Die zahlreichen Corona-Fälle im Schlachthof Tönnies wirken noch nach und brachten ein weiteres Mal zahlreiche Missstände in den Fokus der Öffentlichkeit. Der Ernährungsrat Münster zieht mithilfe seines Netzwerks eine Zwischenbilanz für das lokale Ernährungssystem.

Leere Supermarktregale waren zwar nur eine vorübergehende Erscheinung, jedoch wurde deutlich, wie abhängig die städtische Versorgung von globalen Lieferketten ist. Gleichzeitig erlebte die landwirtschaftliche Erzeugung im Münsterland massive Absatzeinbußen bei Exporten. Viele Verbraucher*innen erkannten die Problematik und entschieden sich für den Kauf von regionalen Produkten mit kurzen Lieferwegen und sicherer Herkunft. “Viele Hofläden erlebten in der Corona-Zeit einen regelrechten Ansturm von Kunden” stellt Florian Rösler von der Landwirtschaftskammer NRW fest. Aber auch andere Direktvermarktungsmodelle erlebten einen Aufwind. So zum Beispiel Anni´s Bauernbox, bei der online heimische Produkte bestellt werden können. „Lebensmittel direkt aus der Region geben uns die Sicherheit auch in Krisenzeiten versorgt zu sein”, betont Annika Ahlers, Initiatorin und Namensgeberin der Bauernbox.

Um auch weitere lokale Direktvermarkter beim digitalen Absatz ihrer Produkte zu unterstützen, befindet sich zudem im Netzwerk des Ernährungsrats mit dem Open Food Network eine zentrale Plattform im Aufbau, auf der Lebensmittelerzeuger ihre Produkte einfach und kostenlos online sichtbar und bestellbar machen können. “Die Plattform ermöglicht Verbrauchern, sich mit Lebensmitteln aus einem Umkreis von wenigen Kilometern um den eigenen Standort zu versorgen”, so Hendirk Homann, einer der Initiatoren.

Münster und Region benötigen ein faires, ökologisch nachhaltiges und im Ganzen zukunftsfähiges Ernährungssystem, das jedoch nur gemeinsam mit allen Beteiligten geschaffen werden kann. Aus diesem Grund wünscht sich der Ernährungsrat Münster auch in Anbetracht der anstehenden Kommunalwahl und kommenden Legislatur, dass das geschärfte Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Stadtpolitik für die gemeinsame Entwicklung einer zukunftsweisenden Ernährungsstrategie für Münster und Umgebung genutzt wird. Städte wie Berlin und Köln gehen hier bereits mit ihren zivilgesellschaftlich erarbeiteten Ernährungsstrategien mit gutem Vorbild voran. Kontaktaufnahme mit dem Ernährungsrat Münster unter info-er@muenster.org.

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