Erinnerungen an drei Bischöfe und ihre Zeit Von-Galen-Gedenkraum im Bistumsarchiv neu gestaltet

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Den Touch-Screen-Monitor probierte Bischof Felix Genn im Beisein von Udo Grote (links) und Heinz Mestrup (rechts) selbst aus. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Anke Lucht)

„Von Galen“ ist in der katholischen Kirche im Bistum Münster und darüber hinaus ein bekannter Name. Mit Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen (Amtszeit 1650 bis 1678), Weihbischof Maximilian Gereon (1895 bis 1908) und dessen Neffen, dem 2005 seliggesprochenen Kardinal Clemens August (1933 bis 1946), stammen gleich drei frühere Bischöfe des Bistums aus der Familie von Galen. An sie erinnert im Bistumsarchiv in der Georgskommende in Münster der 1953 eröffnete Von-Galen-Gedenkraum.

Nach einer Umgestaltung hat Bischof Dr. Felix Genn die dort gezeigte Dauerausstellung jetzt erstmals besucht. Diözesankonservator Dr. Udo Grote und Dr. Heinz Mestrup als Leiter des Bistumsarchiv zeigten dem Bischof den Raum, erläuterten ihm dessen Entstehungsgeschichte und die Ausstellungsstücke.

Das Bistumsarchiv ist im ehemaligen Galenschen Konvikt untergebracht. 1947 übertrug die Grafenfamilie von Galen das Gebäude an den Bischöflichen Stuhl. Bedingung dafür war unter anderem, dort einen Ort der Erinnerung an die drei Bischöfe einzurichten. Das Gebäude insgesamt wurde in den Jahren 2008 und 2009 renoviert. Davon bliebt allerdings der Gedenkraum zunächst ausgenommen. Dessen Exponate wurden in der Domkammer zwischengelagert. 2013 begann man mit der Erarbeitung eines neuen Konzepts für die bis dahin überfrachtete und wenig sortierte Ausstellung.

Jetzt werden die Ausstellungsstücke ebenso sicher wie zeitgemäß und benutzerfreundlich präsentiert. Sie befinden sich in den restaurierten, neu ausgekleideten und mit modernster Beleuchtungstechnik versehenen Vitrinen sowie in einer Kommode. Zu sehen sind unter anderem Reisemantel, Reisehut und Mozzetta des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen, gefertigt im 17. Jahrhundert aus grauviolettem Seidenmoirée, sowie Klerikerhüte, Totenmaske und Pontifikalschuhe von Kardinal von Galen. Ein echtes Highlight ist auch eine Wendekasel – ein ärmelloses liturgisches Obergewand – des Fürstbischofs, bei der es sich nach Einschätzung der Fachleute um eine der ältesten erhaltenen Wendekaseln handelt.

Abgerundet wird die Ausstellung durch einen Touch-Screen-Monitor. Darauf finden Besucher in digitaler Form weitere Erläuterungen, Detaildarstellungen und Exponate. Als Quellen dienen Gemälde, Gebrauchsgegenstände, Akten, Fotos, ein Tondokument von Bischof Clemens August aus Anlass von Exerzitien im Jahr 1934 sowie ein Film zur Großen Prozession in Münster von 1935. Zusätzlich können sich die Besucher am Monitor selbstständig über Persönlichkeit sowie politisches und gesellschaftliches Umfeld der drei Bischöfe informieren.

Die Dauerausstellung im Von-Galen-Gedenkraum können Interessierte ohne Voranmeldung zu den Öffnungszeiten des Bistumsarchivs in der Georgskommende 19 in Münster besuchen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 9 bis 12.30 Uhr sowie zusätzlich montags und mittwochs von 13.30 Uhr bis 17 Uhr. Das Bistumsarchiv ist erreichbar unter Tel. 0251 495/518 sowie per E-Mail an bistumsarchiv@bistum-muenster.de .

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