Ehrenamt – „Engagiert für die Zukunft“ Denkmal- und Heimatakteure tagen zum Ehrenamt in der Denkmalpflege

Eindruck Eröffnungsgespräch
(Foto: LWL/Thorsten Arendt)

Am Sonntag (15.5.) hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam mit dem Westfälischen Heimatbund e. V. und der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VDL) den bundesweiten 88. Tag für Denkmalpflege gefeiert. Unter dem Themenschwerpunkt „Engagiert für die Zukunft: Ehrenamt in der Denkmalpflege“ kamen rund 100 Interessierte aus Vereinen, Politik und Denkmalpflege im Erbdrostenhof in Münster zusammen und diskutierten den Stellenwert bürgerschaftlichen Engagements in der heutigen und zukünftigen Gesellschaft.

Die Veranstaltung, organisiert von der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, ist zugleich Auftakt der Jahrestagung der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger, die nach 17 Jahren wieder in Westfalen-Lippe zu Gast ist und sich noch bis Mittwoch (18.5.) „Zukunftsfragen“ widmet. Dabei steht die Rolle der Denkmalpflege bei Fragen wie dem Wandel des Klimas, der Gesellschaft und der Lebensumstände wie der Digitalisierung im Mittelpunkt.

„Freiwillig Engagierte tragen mit ihren Initiativen und Projekten maßgeblich zur Bewahrung unseres baukulturellen Erbes bei“, betonte Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes. Ihr sei es daher besonders wichtig, dass dieses Engagement mit dem Tag für Denkmalpflege sichtbar gemacht und auch im Alltag durch geeignete Rahmenbedingungen gestärkt werde. „Die meisten Heimatvereine und ihre Dachorganisationen kommen ursprünglich aus der Sorge um die gebaute Heimat. Lange vor den Denkmalschutzgesetzen ging es ihnen um den Erhalt markanter Gebäude. Auch heute gib es überall Beispiele, wie sich örtliche Initiativen gegen den Verfall oder das Vergessen gebauter Geschichte wenden. Ich danke allen Aktiven für ihren Einsatz, ihre Mühe und ihre Ausdauer“, so Eilers.

„Gesprächsrunde „Unbequem? Unersetzbar! – Bürgerschaftliches Engagement für Baukultur“. Links Moderatorin Dr. Silke Eilers,
Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes e. V., Andrea Arens, Vorsitzende des Kreisheimatbundes Olpe e. V., Bernd Brandemann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine e. V., Mitglied im Vorstand des Westfälischen Heimatbundes e. V., Dr. Marlies Wigge, Vorsitzende Heimatbund Lippstadt e. V. und Dr. Hans H. Hanke, Ruhrmoderne e. V., Mitglied im Verwaltungsrat des Westfälischen Heimatbundes e. V. und Stadtheimatpfleger Bochum.
(Foto: LWL/Thorsten Arendt)

Prof. Dr. Markus Harzenetter, Vorsitzender der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger: „Die vielen Heimatvereine und engagierten Bürgerinnen und Bürger zeigen, wie wichtig der Gesellschaft der Erhalt des baukulturellen Erbes ist. Sie sind Anwälte und Botschafter für die Denkmäler, die ihnen am Herzen liegen und wichtige Partner der amtlichen‘ Denkmalpflege.“

Durch ihre Forschungs- und Vermittlungsarbeit unterstützen lokale ehrenamtliche Expert:innen die amtliche Denkmalpflege. „Gerade der Dialog zwischen ehrenamtlicher und amtlicher Denkmalpflege ist für uns als Fachamt besonders wichtig“, sagte LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger Mertens. „Daher wollen wir mit unserer Veranstaltung auch in die Zukunft schauen und darüber sprechen, wie dieser Austausch wirkungsvoller und partnerschaftlicher gelingen kann.“

In der anschließenden Gesprächsrunde tauschten sich Heimatakteur:innen anhand von Praxisbeispielen über ihre persönlichen Visionen für das Ehrenamt und die Zusammenarbeit aus.
Sie diskutierten auch wichtige Bausteine für die Zukunft wie die Nachwuchsgewinnung für Vereine, die Digitalisierung und die Qualifizierung.

Noch bis Mittwoch diskutieren die Denkmalfachleute der Bundesrepublik im Rahmen der Jahrestagung über die Rolle der Denkmalpflege in einer Gesellschaft von morgen. Wie kann die Denkmalpflege ihr Wissen und ihre Perspektiven in aktuelle und zukünftige Gestaltungsprozesse einbringen? Und was kann sie zum Umgang mit dem Klimawandel und zu aktuellen Diskursen beitragen, die von der Digitalisierung bis zur Kreislaufwirtschaft reichen? Ziel der Tagung ist es, Visionen für die Zukunft der Denkmäler und der Denkmalpflege zu entwickeln und die Position der Fachdisziplin zu sich wandelnden gesellschaftlichen Fragestellungen zu schärfen.

Hintergrund

Der Tag für Denkmalpflege wurde im Jahr 1900 in Dresden begründet und fand 1921 zum ersten Mal in Westfalen (in Münster) statt. Nach längerer Pause wurde der Festtag von der VDL wieder aufgegriffen. Heute versteht er sich als öffentlicher Auftakt der Jahrestagung der VDL, zu der sich jeweils 300 bis 400 Denkmalexpert:innen aus ganz Deutschland (und Europa) treffen. Reihum treten die Denkmalfachämter der Bundesländer als Gastgeber auf. In diesem Jahr wird der Tag von der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen organisiert. Die VDL-Jahrestagung in Münster findet vom 16. bis 18. Mai statt und widmet sich dem Thema "Zukunftsfragen".

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.