Dreh zwischen Lockdown und Lockerung Pilotfolge der Webserie „CrimeBoy“ abgedreht

Drehschluss für den „CrimeBoy“: Letzte Aufnahmen in der Kreuzkirche für die Pilotfolge der Webserie „CrimeBoy“. (Foto: Simon Büchting)
Drehschluss für den „CrimeBoy“: Letzte Aufnahmen in der Kreuzkirche für die Pilotfolge der Webserie „CrimeBoy“. (Foto: Simon Büchting)

Sechs Drehtage verteilt über mehrere Monate zwischen Lockdown und Lockerungen: Mit den letzten Aufnahmen auf dem Prinzipalmarkt ist die Pilotfolge für die münstersche Webserie „CrimeBoy“ endgültig abgedreht. Eine Pilotfolge sei die erste Episode einer Serienstaffel, mit der die Produzenten dann bei Vertriebsplattformen „Klinken putzen“ gehen, erklärt Produzent Simon Jöcker. Sein Ziel ist es, mit dieser ersten „Kostprobe“ einen Kooperationspartner zu finden, der dann die Produktion der gesamten Staffel finanziert.

„Deswegen beginnt mit Drehschluss eigentlich nur ein neues Kapitel im Prozess von der Idee zur Serie“, sagt Jöcker. Für den Schnitt des bisher durch Crowdfunding finanzierten und vom Filmservice Münster.Land unterstützen Projektes hat er sich extra drei Wochen Urlaub genommen. „Ich dachte erst, ich könnte das in Feierabend- und Wochenendarbeit machen. Aber zehn Stunden Material, die auf 20 Minuten runtergedampft werden müssen, brauchen meine volle Aufmerksamkeit.“ Als Nächstes plant Jöcker erstmal eine Team-Premiere der Pilotfolge. Als Geste an die vielen Helferinnen und Helfer, die umsonst an dem Projekt mitgearbeitet haben. „Idealerweise machen wir das in einem kleinen Kino“, träumt der Filmemacher. Danach will er sich um den Vertrieb kümmern.

Der CrimeBoy (Cem Lukas Yegyner) in seinem Videoblog. (Foto: Simon Büchting)
Der CrimeBoy (Cem Lukas Yegyner) in seinem Videoblog. (Foto: Simon Büchting)

Von öffentlich-rechtlichen Plattformen über Netflix bis hin zur Selbstvermarktung auf YouTube sei alles denkbar. Jöcker hat zehn Jahre beim Fernsehen gearbeitet und weiß: „Es gibt dafür keinen richtigen Weg, weil das Genre der Webserie ganz neu ist und Strukturen dafür erst noch geschaffen werden müssen.“

Somit ist der Münsteraner vielleicht ein Kind der ersten Stunde mit seinem Krimi-Format, das sich hauptsächlich an jüngere Leute richtet: Es geht um einen erfolglosen Gaming-Blogger, der in einen Mordfall verwickelt wird und den Fall löst. Als er seine Recherchen dazu in seinem Live-Stream veröffentlicht, wird er unverhofft doch noch zum Influencer. Gefragt nach dem skurrilsten Moment während der Dreharbeiten, erinnert sich Jöcker mit einem Lächeln. „An einem Tag hatten wir ungeplanten Besuch von einem Fernsehkommissar. Der Schauspieler, der den Bösewicht bei CrimeBoy spielt, kommt aus Berlin und wurde zum Drehschluss von einem Freund abgeholt. Da stand dann plötzlich Devid Striesow („Ich bin dann mal weg“, Tatort Saarbrücken) in der Kreuzkirche.“

Mehr über das Film-Projekt unter www.crimeboy.de

 

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