Die große „Adam Riese Show“ im Pumpenhaus

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(Foto: sg)
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Adam Riese, gebürtiger Osnabrücker, Alt-Punk, DJ, Conférencier und Teilzeit-Showmaster. So lässt sich der Werdegang von Adam Riese kurz zusammenfassen.

Am Sonntag Abend lud Riese wieder zu seiner großen Talkshow ins Pumpemhaus.

Zusammen mit seiner Hausband, „Markus Paßlick und seine original Pumpernickel“, führt er seit 2008 viermal jährlich durch seine Show.

„Kurzweiliges Entertainment mit Talk, Gags, Spielen, Musik und einer gehörigen Portion münsterischem Lokalkolorit.“ – So verspricht es Rieses Homepage. Den Mund zu voll genommen? Sicher nicht, man behielt Recht.

Eine gute Show steht und fällt natürlich mit den Gästen. Der Talk nimmt nämlich in der Show eine zentrale Rolle ein.

Den Anfang auf der Couch machte die 25jährige Schauspielerin und gebürtige Münchnerin Lilly Gropper. Ein wenig einstudiert berichtete sie von ihrem Schauspielerleben, Fernsehserien und erklärte auf Nachfrage zur ihrem fehlende bajuwarischen Dialekt in astreinem Bayrisch, warum das Rauchen doof ist. Eine gesangliche Kostprobe gab es dann auch, als sie ein türkisches Volkslied zum besten gab. Stimmlich etwas dünn, aber man muss ja auch nicht alles in Perfektion beherrschen. Beim Münsterquizz war sie dann aber voll auf der Höhe und zeigte, dass sie sich in der Westfalenmetropole mittlerweile bestens zurechtfindet.

Als nächstes dann die erste wirkliche Lokalprominenz, Siggi Spiegelburg, die Münsteraner Modedesignerin und Inhaberin des gleichnamigen Modelabels gesellte sich zu Riese auf das Sofa. Ein Teil eines Prominentenduos kann man wohl sagen, ist sie nicht nur selbst über alle Maßen erfolgreich, sondern auch mit dem Besitzer des Coppenrath-Verlages (Prinzessin Lillifee / Felix der Hase), Wolfgang Hölker verheiratet.

Mode war Spiegelburgs Thema. Armbänder und auch einige Kleider aus ihrer Kollektion hatte sie zur Ansicht mitgebracht, die wohl jedes Frauenherz höher schlagen lassen. Das nicht ganz niedrigpreisige Tuch wurde von Showassistentin Isabelle und Lilly Gropper, die, thematisch passend übrigens einen Bruder namens Felix hat, präsentiert. Haute Couture im Pumpenhaus, das ist mal ein Kontrast.

Der musste in der Pause erst mal mit einigen Getränken verdaut werden.

Das Publikum war nun reif für Kristian Bader, den Kabarettisten und Schauspieler, der als Pilotensohn sein Abitur in Münster machte. Bader ist seit 10 Jahren (!!) mit dem erfolgreichen Solo-Stück „Cavemann“ im Schmidts Tivoli in Hamburg zu sehen. Dass er eine Rampensau ist, stellte er mit einer kurzen Comedy-Einlage eindrucksvoll unter Beweis. Das Thema „Frau-Mann“ ist anscheinend immer brandaktuell, wenn man den Lachern im Publikum Glauben schenken kann.

Als ehemaliger Straßenmusiker ließ es sich Bader natürlich nicht nehmen, ein wenig gegen Spenden zu spielen, mit Gitarre und Gesang verdiente er sich immerhin ein wenig Kleingeld, was er gerecht unter der Begleitband aufteilte. Ein fast schon romantisch anmutendes Duett mit Lilly Gropper überzeugte dann endgültig die Vielfältigkeit dieses Mannes.

Alle Gäste zusammen beschlossen den Abend dann mit einem kleinen Impro-Stück, in welchem gemeinsam der Tod eines magersüchtigen Coppenrath-Models ermittelt werden sollte. Zuvor musste aber noch schnell eine Leiche aus dem Publikum akquiriert werden, die wurde aber in Form einer Münsteraner Lokalredakteurin schnell gefunden. Alles Münster eben, man hilft wo man kann!

Kurzweilg, interessant, charamant und herzlich, so würde ich den Abend in Adjektiven beschreiben. Wir freuen uns auf’s nächste Mal.

Am 5. Oktober gibt es die nächste Adam Riese Show, Gäste dann sind unter anderem Jürgen Kehrer (Autor der Wilsberg-Romane) und Martje Saljé (Türmerin).

Bilder gibt’s natürlich auch.

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Stephan Günther

(sg) - Gründer bei ALLES MÜNSTER
In Münster geboren und aufgewachsen, ist Stephan Günther dieser Stadt bis heute treu geblieben. Zusammen mit Thomas Hölscher brachte er im Frühjahr 2014 das Onlinemagazin „auf die Welt“. Fasziniert von der Vielfältigkeit der Musik, findet man ihn am häufigsten auf Konzerten, meistens hinter einer Kamera, gerne aber auch mit Notizblock und Stift. Ansonsten hält er seine Augen aber auch für alles andere offen, was in seiner Heimatstadt so passiert.

sg@allesmuenster.de
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