„Die Delta-Variante bereitet Sorgen“ Corona-Pandemie: Bildungspolitik muss sich auf neue Virus-Mutation vorbereiten

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Die GEW in Münster ist besorgt, dass mit Ausbreitung der Delta-Variante die Klassenzimmer wieder leerer werden könnten. (Symbolbild: Manfred Jahreis / pixelio.de)
Die GEW in Münster ist besorgt, dass mit Ausbreitung der Delta-Variante die Klassenzimmer wieder leerer werden könnten. (Symbolbild: Manfred Jahreis / pixelio.de)

Angesichts voller Fußballstadien während der Euro 2020 und Urlaubsreisen in den Sommerferien mahnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), auch an mögliche Folgen für Kinder und Jugendliche zu denken: Erneute Schulschließungen müssten unbedingt vermieden werden.

Der GEW-Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Thoden appelliert mit Nachdruck an die Politik, die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus nicht auszusitzen, sondern mit Blick auf das neue Schuljahr rasch und entschieden zu handeln. „Was ich erwarte ist, dass die Politik sich jetzt nicht hinsetzt und sagt: Oh, da kommt die Delta-Variante, vielleicht müssen wir wieder in den Wechselunterricht. Stattdessen müssten jetzt beispielsweise mehr Luftfilter installiert und die Schulen möglichst krisensicher gemacht werden.“ Thoden weiter: „Die Delta-Variante bereitet Sorgen. Das ist auch ein Punkt, warum wir gesagt haben: Maskenpflicht in den Räumen ist im Moment auf jeden Fall noch sicherer.“ Die GEW fordert zudem eine Fortführung der regelmäßigen Tests in Schulen und mehr Impfangebote für alle dort Beschäftigten.

Die GEW würde es auch begrüßen, wenn Kindern und Jugendlichen Impfangebote gemacht würden – unabhängig davon, wie Eltern dann entschieden. „Unser gemeinsames Ziel muss schon sein, so viel wie möglich Präsenzunterricht für alle Kinder und Jugendlichen zu organisieren.“ Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat Impfungen für Kinder bisher nur eingeschränkt empfohlen. Wechselunterricht ist nach Ansicht von Thoden derweil keine ideale Unterrichtsform. Dennoch gelte: „Wenn die Inzidenzen steigen, und wir das nicht anders in den Griff kriegen, die Hygienemaßnahmen wie Tests und Masken eben nicht greifen, dann muss es Wechselunterricht geben, weil dann müssen wir auch wieder auf Abstand gehen.“

Aktuelle Erfolge nicht verspielen

Sorgenvoll äußerte sich GEW-Geschäftsführer Carsten Peters mit Blick auf die vollen Stadien der aktuell laufenden Fußball-Europameisterschaft und Urlaubsreisen in den Sommerferien: „Es ist zu befürchten, dass wir die Erfolge, die wir uns hart erarbeitet haben in den letzten Monaten, jetzt in der Sommerlaune ein bisschen leichtfertig riskieren.“ Sollte sich die Delta-Variante dadurch weiter ausbreiten und müssten Schulen schließlich doch geschlossen werden, wäre das schon „dramatisch“: „Das ist etwas, das wir unbedingt verhindern müssen.“

Mehr Fortbildungen

Gefragt nach einer Zeugnisnote für das bisherige Krisenmanagement der Politik in der Coronakrise sagt Thoden: „Über das gesamte Schuljahr gesehen kann man, glaube ich, nichts anderes sehen als mangelhaft.“ Zwar habe die Pandemie die Schulen im vergangenen Jahr unvorbereitet getroffen und es habe kaum Infrastrukturen gegeben, um guten digitalen Fernunterricht anzubieten. Dennoch sei im Laufe der Zeit viel zu wenig umgesetzt und verbessert worden. Zudem seien einzelne Maßnahmen immer wieder zu spät gekommen. Auch mit Blick auf das neue Schuljahr sei sehr viel noch nicht geregelt. Die GEW mahnte vor allem mehr Schulungen für Lehrkräfte an: „Fortbildung ist Mangelware. Wir brauchen nichts weniger als eine Fortbildungsoffensive in dem Bereich.“

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