Deutscher Schulpreis für Gesamtschule Mitte Als eine von deutschlandweit sieben Schulen ausgezeichnet für Konzept, das eigen­verantwortliche Lernen in den digitalen Raum zu über­führen

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Mit dem „Deutschen Schulpreis 20/21 Spezial“ wurde die Gesamtschule Münster-Mitte für ihre innovativen Konzepte zum selbstgesteuerten Lernen und zur Digitalisierung des Unterrichts prämiert. (Archivbild: Thomas Hölscher)
Mit dem „Deutschen Schulpreis 20/21 Spezial“ wurde die Gesamtschule Münster-Mitte für ihre innovativen Konzepte zum selbstgesteuerten Lernen und zur Digitalisierung des Unterrichts prämiert. (Archivbild: Thomas Hölscher)

Die städtische Gesamtschule Münster-Mitte wurde gestern von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als eine von deutschlandweit sieben Schulen mit dem Deutschen Schulpreis 20|21 SPEZIAL ausgezeichnet. In der der Kategorie „Selbstorganisiertes Lernen ermöglichen“ würdigte die Jury damit das besondere Engagement der Schule, ihr Konzept des eigen­verantwortlichen Lernens in den digitalen Raum zu über­führen und dort weiter­zu­entwickeln. 

Mit der Sonderausgabe des renommierten Wettbewerbs zeichnen die Robert Bosch Stiftung GmbH und die Heidehof Stiftung GmbH in Zusammenarbeit mit der ARD und der ZEIT-Verlagsgruppe die besten während der Corona-Pandemie entstandenen Schulkonzepte aus. Bundespräsident Steinmeier hatte in diesem Jahr die Schirmherrschaft über den Deutschen Schulpreis Spezial übernommen und die Preisträger live auf dem Deutschen Schulportal bekanntgegeben. Bei der Preisverleihung in der rbb Dachlounge in Berlin sagte der Bundespräsident: „Deutschland ist nicht da, wo es sein sollte. Die Pandemie entblößt unsere Schwächen im Bildungssystem. Das muss anders werden! Ich weiß aber auch, dass die Pandemie kreative Stärken hervorgebracht hat: An vielen Schulen haben Schulleiterinnen und Lehrer nicht geklagt, sondern in kürzester Zeit umgedacht und beherzt gehandelt. Viele wachsen in dieser schwierigen Zeit über sich hinaus, um für ihre Schülerinnen und Schüler da zu sein.“

Bundesweit hatten sich für den „Deutschen Schulpreis 20/21 Spezial“ insgesamt 366 Schulen beworben, von denen 18 Schulen die Endausscheidung erreichten, immerhin sechs davon aus Nordrhein-Westfalen. Drei von ihnen konnten sich nun über die mit 10.000 Euro dotierten Preise freuen. „Wir können in Nordrhein-Westfalen stolz auf die Schulen aus unserem Land sein, die es in die Endrunde geschafft haben. Die prämierten Schulen beweisen, dass exzellente Bildung krisenfest ist“, freute sich die Schul- und Bildungsministerin des Landes, Yvonne Gebauer (FDP), mit ihnen.

Die Grünen in Münster gossen ihr ein wenig Wasser in den Wein: „Dieser Preis ist eine verdiente Anerkennung für die großartige Arbeit, die an der Gesamtschule geleistet wird. Während der Corona-Zeit ist es allen Verantwortlichen an der Schule gelungen, sich den Bedürfnissen der Krise zu stellen“, erklärte Leon Herbstmann, der kinder- und jugendpolitische Sprecher der Grünen Münster, und fügte hinzu: „Das in den letzten Monaten vom Land verursachte Hin und Her in der Schulpolitik hat es der Gesamtschule – wie allen anderen Schulen auch – nicht leicht gemacht. Die Lehrenden, Schülerinnen und Schülern und den Eltern der Gesamtschule Mitte können deshalb besonders stolz darauf sein, für ihre ausgezeichneten Arbeit vom Bundespräsidenten prämiert worden zu sein. Es wurden an der Gesamtschule individuelle Lernpläne erstellt, es gab Logbücher und Lernbüros, in denen die Schülerinnen und Schüler ihre Potentiale bestmöglich genutzt haben.“ Die Grünen freuen sich, dass es der Gesamtschule Münster-Mitte so gut gelingt, die Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern und sie damit zum selbstständigen Lernen zu befähigen. Daher bestärke sie dieser Preis in der Ansicht, dass Münster dringend eine dritte städtische Gesamtschule benötige.

„Ein lebhaftes Beispiel für den Erfolg individueller Förderung mit Strahlkraft auf andere Schulen. Glückwunsch der ausgezeichneten Schulgemeinde!“ So hat Ratsherr Meik Bruns, Vorsitzender des städtischen Schulausschusses und schulpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion, die Auszeichnung kommentiert. Auch Oberbürgermeister Markus Lewe gratulierte der Schulleiterin Kathrin Kösters und der gesamten Schulgemeinde. So haben das engagierte Schulleitungsteam und das Kollegium der Gesamtschule in Münsters Mitte die Chancen, die mit dem Aufbau einer neuen Schule einhergehen, genutzt und innovative Konzepte etwa zum selbstgesteuerten Lernen oder zur Digitalisierung des Unterrichts, aber beispielsweise auch für die Mittagsverpflegung entwickelt.

Die Schule erfuhr von Anfang an enormen Zuspruch. Jahr für Jahr reichten die Plätze nicht annähernd für die Vielzahl der Anmeldungen: „Auch ein Beleg für die Qualität der dort geleisteten Arbeit“, so Schuldezernent Thomas Paal. „Der große Zuspruch zur Gesamtschule Mitte ist deshalb nicht nur Bestätigung der Schulform, er ist besonders auch Bestätigung der Arbeit und Leistung der gesamten Schule mit ihren beispielgebenden Konzepten“, fasst Paal sein Lob für die erste städtische Gesamtschule zusammen. Der Bedarf an der Schulform sei selbst mit der Aufnahme des Betriebes der zweiten Gesamtschule nicht erschöpft, die Nachfrage nach weiteren Gesamtschulen ungebrochen.

Das Konzept zum selbstgesteuerten Lernen und des digitalisierten Unterrichts an der städtischen Gesamtschule Münster-Mitte haben die Didaktische Leiterin Ulrike Thöne und Lehrerin Kristina Brauch auch in diesem YouTube-Film vorgestellt:

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Auf der Homepage www.deutscher-schulpreis.de ist auch die Laudatio und ein Portrait der Gesamtschule Münster-Mitte zu lesen. Weitere Infos zur Schule auf ihrer eigenen Homepage https://gesamtschule-muenster.de/.

 

Ralf Clausen

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