Corona: Keine stabile Situation mehr 13 Menschen "positiv" getestet / Markt findet weiter statt / Mitverantwortung der Bürger

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Mit Anstieg der Corona-Fallzahlen werden auch die Gesichter der Stadtverantwortlichen ernster. Dr. Norbert Schulze Kalthoff (Gesundheitsamt), Markus Lewe (Oberbürgermeister) und Wolfgang Heuer (Leiter Krisenstab) informierten am Mittwoch über die Lage in Münster. (Foto: Thomas Hölscher)
Mit Anstieg der Corona-Fallzahlen werden auch die Gesichter der Stadtverantwortlichen ernster. Dr. Norbert Schulze Kalthoff (Gesundheitsamt), Markus Lewe (Oberbürgermeister) und Wolfgang Heuer (Leiter Krisenstab) informierten am Mittwoch über die Lage in Münster. (Foto: Thomas Hölscher)

Laut Meldung der Bezirksregierung Münster vom Abend gibt es nun 13 bestätigte Corona-Fälle in der Stadt. Bislang habe man in Münster eine „vergleichsweise stabile Situation“ gehabt, sagte Wolfgang Heuer, Leiter des städtischen Krisenstabs, im Rahmen einer Pressekonferenz und betonte: „Das kann man nicht mehr behaupten.“ Es könne nicht mehr davon ausgegangen werden, dass sich das Virus gemäßigt ausbreite.

Unter den Infizierten ist nun auch eine 5-köpfige Familie mit drei Kindern. Ab Donnerstag werden zwei weitere Schulen und zwei KiTas geschlossen, unter ihnen auch Einrichtungen, die die Kinder der Familie besuchen. In einer der Kindertagesstätten arbeitet die Mutter als Erzieherin. Es sei davon auszugehen, dass die betroffenen Personen mehrere Tage mit ihren Symptomen die verschiedenen Einrichtungen besucht haben, wie Dr. Norbert Schulze Kalthoff vom städtischen Gesundheitsamt einräumte. Für voraussichtlich 14 Tage werden die Mathilde Anneke Gesamtschule, die Margareten-Grundschule, die Paul Schneider KiTa am Standort „Im Drostebusch“ sowie die St. Bernhard KiTa in Angelmodde geschlossen.

Wochenmarkt findet mit Einschränkungen statt

Auch am Samstag soll der Wochenmarkt am Dom stattfinden. Oberbürgermeister Markus Lewe verteidigte die Entscheidung, den Send abzusagen, den Wochenmarkt aber stattfinden zu lassen. Man müsse klar zwischen Vergnügen und Versorgung differenzieren. Um das Treiben auf dem Domplatz zu entzerren, werden unter anderem an Verzehrständen Zelte und Stehtische entfernt. Für weitere Maßnahmen ist die Stadt Münster mit den Marktbeschickern und Standbetreibern im Gespräch. Denn trotz aller behördlichen Maßnahmen sieht Stadtrat Wolfgang Heuer diese in der Mitverantwortung, „Schutz für die Kunden zu gewährleisten“, um ein Übertragungsrisiko zu verringern.

Sport- und Kultur-Veranstaltungen

Im Erlass der NRW-Landesregierung, der am Dienstag beschlossen wurde, werden Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern untersagt. Darunter fallen in Münster auch die Spiele der WWU Baskets und der USC Volleyballerinnen. Hier haben sich die Verantwortlichen darauf verständigt, die kommenden Begegnungen vor leeren Rängen stattfinden zu lassen. „Der SC Preußen Münster hat seinen Spielbetrieb um Wochen nach hinten gelagert“, erklärte Stadtrat Wolfgang Heuer und lobte gleichzeitig den professionellen Umgang der Verantwortlichen in den Vereinen mit der neuen Situation. Im Theater Münster wird es ebenfalls Einschränkungen im Spielbetrieb geben. So werden ausverkaufte Vorstellungen im Großen Haus auf 700 Besucher beschränkt, da auch die Zahl der Künstler und des Personals einbezogen werden.

Im Umgang mit kleineren Veranstaltungen seien es Einzelfallentscheidungen, die getroffen werden müssen, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe. Anhand der Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI) hat die Stadtverwaltung eine „Bewertungsmatrix“ erstellt. Diese soll jetzt Grundlage dafür sein, ob das Ordnungsamt den Veranstaltern Empfehlungen geben könne oder Weisungen erteilt werden müssten. Diese Checkliste ist im Internetportal der Stadt Münster abrufbar. „Es ist wichtig, hier Transparenz herzustellen“, ergänzte Lewe.

Zusätzliches Corona-Testzentrum geplant

In Rheine ist ein mobiler Container zur Testung auf Corona bereits in Nutzung, in Warendorf in Vorbereitung. Auch in Münster ist abzusehen, einen weiteren Standort für Testungen auf das Virus zu schaffen – ein Container für diesen Zweck wurde schon angemietet, wie Stadtrat Heuer bestätigte. Geplant ist, dort mit dem Auto vorzufahren, sich an dem ersten Fenster die Materialien für den Test aushändigen zu lassen, den notwendigen Abstrich im Auto selber vorzunehmen und diesen dann an einem weiteren Fenster abzugeben.

Jeder trägt Mitverantwortung

Markus Lewe wies erneut darauf hin, dass es obere Priorität sei, vor allem „sensible Gruppen“ wie Ältere und Personen mit Vorerkrankungen vor einer Übertragung des Corona-Virus zu schützen, und appellierte an die Eigenverantwortung der Münsteraner. Die Menschen hätten in der Vergangenheit immer wieder Zusammenhalt bewiesen, wenn es darauf ankommt, und nannte hier als Beispiel den Starkregen 2014. „Eine solche Solidarität der Bürgerinnen und Bürger müssen wir anstoßen und fördern“, so Lewe abschließend.

Wir halten euch in unserem Nachrichtenticker auf dem Laufenden: www.allesmuenster.de/corona

4 Kommentare

        1. Es gibt rund um die Uhr den hausärztlichen Notdienst, der gleichzeitig auch die deutschlandweite Corona-Hotline besetzt, Tel. 116117.

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