
Interaktive Schulungen, Videos und Simulations-Operationen gehören zum Standard-Repertoire der Aus- und Weiterbildung in der Roboter-assistierten Chirurgie, eine Live-OP im Saal ersetzen sie jedoch nicht. Das gilt vor allem bei sehr komplexen Eingriffen wie der Speiseröhrenentfernung.
Mit mehr als 200 robotisch-unterstützen Entfernungen der Speiseröhre gehört das UKM zu den Spitzenreitern dieser Operationstechnik in Deutschland – und damit wird der hiesigen Chirurgie eine besondere Aufgabe zuteil: Ab sofort gilt die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie als Hospitationszentrum für Kolleginnen und Kollegen im deutschsprachigen Raum. „Auch wenn die Robotik mittlerweile recht verbreitet ist, zeichnet unseren Standort aus, dass wir bereits früh hochkomplexe Operationen erfolgreich mit dem DaVinci durchgeführt und etabliert haben und ich freue mich, dass unser Robotik-Experte Dr. Jens Peter Hölzen nun einer von zwei Proktoren in Deutschland ist, der die Roboter-assistierte Speiseröhrenentfernung lehren darf“, sagt Klinikdirektor Prof. Andreas Pascher.
Die Zahlen am UKM sprechen eine eindeutige Sprache: Statt drei bis vier Tagen auf der Intensivstation liegen Patientinnen und Patienten nach einer Speiseröhrenentfernung dort nur noch einen Tag zur Überwachung, der 75 Jahre alte – und am UKM 200. – Patient zum Beispiel, bei dem Anfang Oktober die Speiseröhre entfernt wurde, konnte zudem nach genau 14 Tagen das Klinikum verlassen. Früher waren es drei bis vier Wochen. „Wenn es durch die verbesserte OP-Technik den Patientinnen und Patienten bessergeht und wir gleichzeitig in den Kliniken weniger Intensivbetten belegen – bekanntlich ein sehr hohes Gut –, dann ist das eine Win-Win-Situation für alle und ein wichtiges Argument, die robotische Versorgung in Deutschland weiter auszubauen“, sagt Klinikchef Andreas Pascher.
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