
Gestern hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) am Hafengrenzweg gegen 19.40 Uhr einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Die amerikanische 250-kg-Fliegerbombe wurde am frühen Nachmittag bei Sondierungsarbeiten gefunden, ein sofortiges Handeln war erforderlich. Nicht nur die Anwohner im Evakuierungsbereich und die Mitarbeiter der dort ansässigen Firmen mussten den Bereich verlassen, auch die städtische Impfstelle im Jovel wurde am Mittwoch kurzfristig geschlossen.
Bei den Sondierungsarbeiten waren in 3,50 Metern Tiefe ungewöhnliche Signale empfangen worden. Daher hatte die Stadt Münster weitere Bohrungen im direkten Umfeld angeordnet, die den Blindgängerverdacht gefestigt haben und ein sofortiges Handeln erforderten. Rund 120 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Wasserschutzpolizei, Hilfsorganisationen und vom KBD waren bis zum Abend im Einsatz und sorgten so für einen reibungslosen Ablauf.
Aufgrund mehrerer Parallelereignisse (Verkehrsunfall mit Verletzten, Gefahrstoffeinsatz) war es überdies notwendig, weitere Kräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr sowie mehrere Rettungsfahrzeuge münsterscher Hilfsorganisationen hinzuzuziehen. „Das Gesamtsystem der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr erreichte zwischenzeitlich die Belastungsgrenze“, so ein Sprecher der Feuerwehr in einer ersten Bilanz.
Die Sperrungen am Albersloher Weg und der Leinpfade am Kanal waren noch vor 20 Uhr wieder aufgehoben und die Evakuierung beendet. Nur wenige Personen nutzten das kurzfristig eingerichtete Betreuungszelt auf dem Hafenvorplatz. Nicht betroffen war die Ratssitzung in der Halle Münsterland am späten Nachmittag. Dieser Bereich befand sich außerhalb des Evakuierungsradius.
Der Betrieb in der kurzfristig geschlossenen städtischen Impfstelle „Jovel“ wird am Donnerstag fortgesetzt. Aufgrund der Sperrung ausgefallene Terminbuchungen (rund 400) können an diesem Tag (16.12.) oder in der Folgewoche von Montag (20.12.) bis Donnerstag (23.12.) zur gleichen Zeit wahrgenommen werden. Das hier federführende Bündnis der Hilfsorganisationen „Gemeinsam für Münster“ hatte spontan umdisponiert und entsprechende Hinweise auch im Buchungsportal vermerkt.
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