Bewegungspark in Hiltrup: Es geht langsam los Bauarbeiten in Münster-Hiltrup gestartet

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So sieht's aktuell aus, alles nimmt Formen an. (Foto: DSGN CONCEPTS)
So sieht’s aktuell aus, alles nimmt Formen an. (Foto: DSGN CONCEPTS)

Endlich ist es soweit: Die Bauarbeiten zur Ergänzung des Angebots der Sportanlage in Münster-Hiltrup-Süd an der Westfalenstraße haben begonnen. Vorausgegangen sind viel gemeinsames Engagement und Beteiligung von Fachämtern und künftigen Nutzern. Als Ergänzung des Angebots entstehen ein ca. 500qm-großer Skatepark, eine Slackline-Fläche sowie auf ca. 150 Quadratmetern eine Parkouranlage samt Calisthenics-Trainingsmöglichkeiten. Die moderne Quartiersanlage ist darauf ausgerichtet, dass sich Anfänger hier stufenweise verbessern können, aber auch Fortgeschrittene und Profis auf ihre Kosten kommen.

Was jetzt beginnt, ist allerdings das Ergebnis eines durchaus längeren Weges. Ein Weg durch Finanzierungsfragen, Genehmigungs- und Vergabeverfahren. Vor der körperlichen Bewegung stand also erst mal ein bürokratischer Hürdenlauf. Die Projektentstehung und der weitere Verlauf ist hier einmal chronologisch zusammengefasst:

2014: Gründung der Initiative

Als die in die Jahre gekommene Skateanlage am Hiltruper Bahnhof 2014 abgebaut werden musste, gründete sich nach gelungener Mobilmachung eine Initiative für den künftigen Bewegungspark Hiltrup.

Dipl. Sozialpädagogin Susanne Löde von der Jugendeinheit Hiltrup des VSE (Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen, NRW) unterstütze dabei die Jugendlichen. Seit 2014 setzt die sich für die Entstehung einer neuen Location ein.

2014-2016: Workshops

Darauf aufbauend wurden in mehreren Sitzungen Ideen für einen neuen Skatepark gesammelt, wobei der Standort schnell feststand, denn in Hiltrup fehlt es bisher an Raum für Trendsportarten, wie Skateboarding, Parkour u. ä..

Es entstand der Wunsch nach Vielseitigkeit. Die Initiative verlagerte den Fokus von einer reinen Skateanlage hin zu einem Bewegungspark mit Skate-, Parkouranlage und Pumptrack.

2015/2016: Unterschriftenaktion

Von Ende 2015 bis Anfang 2016 wurde die Idee für den Bewegungspark Hiltrup mittels einer Unterschriftenaktion an die lokale Bevölkerung herangetragen. Rund 800 Unterschriften inklusive des Antrags auf Umsetzung des Bewegungsparks konnten dem Bezirksbürgermeister überreicht werden.

2017: Beteiligung der Politik

Im Anschluss an die Unterschriftenaktion wurde Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt sowie die Bezirksvertretung Münster Hiltrup eingebunden und die Unterschriften eingereicht.

2018: Klärung Finanzierung

In einer engen Kooperation mit dem Sportamt und dem Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit wurde das Rahmenkonzept entwickelt und auf Grundlage dessen Haushaltmittel in Höhe von 400.000 € für die Realisierung des Bewegungsparks bereitgestellt.

2018: Planung

Die Ausschreibung zur Planung des Bewergungsparks erfolgte 2018. Inhaltlich wurde die Planung auf eine Skate- und Parkouranlage mit Slackline-Möglichkeiten festgelegt, da der ursprünglich angedachte Pumptrack bereits 2019 in Münster-Wolbeck realisiert wurde.

Den Zuschlag für die Planung der Anlage erhielt nach einem beschränkten Vergabeverfahren DSGN CONCEPTS, das Planungsbüro für urbane Bewegungsräume aus Münster.

So wie in dieser 3D-Grafik soll es dann am Ende aussehen. (Grafik: DSGN CONCEPTS)
So wie in dieser 3D-Grafik soll es dann am Ende aussehen. (Grafik: DSGN CONCEPTS)

Für die Planung wurden in drei Beteiligungsworkshops und regem Austausch mit Nutzern und Bevölkerung Ideen entwickelt, wobei auch der Wunsch nach einem Unterstand aufkam, für den die Bezirksverwaltung Hiltrup zusätzlich 20.000 Euro zur Verfügung stellte.

Im Details sieht das Skatepark-Konzept eine 500qm-große Anlage vor, mit diversen, unterschiedlich hohen Rampen sowie Elementen aus dem urbanen Streetskaten, wie etwa Ledges(Mauern) und Handrails (Geländer). Der Skatepark kann als Rundweg oder in Einzelsektionen befahren werden.

Die Skateanlage ist für Skateboarder, Inline-Skater und BMXer geeignet, kann aber auch, aufgrund der barrierefreien Zuwegung, mit Rollstühlen genutzt werden. Mittig ist zudem eine mit unterschiedlichen Gräsern bepflanzte Grünfläche geplant, die nicht nur der ökologischen Entwässerung der Anlage dient, sondern auch gestalterisch wirksam ist. Gleiches gilt für die Böschungen oder die Rasenfläche im Eingangsbereich der Anlage, auf der zwei Slacklinepfosten eingebaut werden.

Im nördlichen Bereich des Bewegungsparks liegt auf 150 Quadratmetern die Parkouranlage. Deren Elemente bestehen aus Betonteilen mit sandgestrahlter Oberfläche, die den Sportlern genügend Halt bietet, sowie Geländern und Stangen aus feuerverzinktem Stahl.

Grob lässt sie sich in zwei Areale einteilen: Eine Pflasterfläche für Anfänger und Fortgeschrittene mit niedrigeren Elementen wie Betonmauern, -pollern und Geländern und Stangen, mit einer maximallen Fallhöhe von einem Meter. Die Abstände und Höhen sind dabei so gewählt, dass Anfänger und Fortgeschrittene hier sicher die Grundbewegungen üben können.

Das Areal mit höheren Elementen und einer maximallen Fallhöhe von 2,5 Metern bietet durch Elemente wie Barren und Reck auch Trainingsmöglichkeiten für Calisthenics.

Die offizielle Eröffnung des Bewegungsparks Hiltrup ist eigentlich für Juni/Juli 2020 angesetzt. Damit dürfen sich nicht nur die Initiatoren über ihren Erfolg, sondern auch alle potentiellen Nutzer – und das garantiert über die Stadtteilgrenzen hinaus – schon bald auf einen neuen Bewegungspark in Münster-Hiltrup freuen. Ob und unter welchen Umständen eine Eröffnung stattfinden kann, steht virusbedingt eher noch in den Sternen.

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