Alles andere als Pillepalle Designabsolventen zeigen ihre Abschlussarbeiten zu wichtigen Themen beim „Parcours“

Madeline Schmolke will mit „Pillepalle“ das Chaos um die Antibabypille entwirren. (Fotos: FH Münster/ Pressestelle)
Madeline Schmolke will mit „Pillepalle“ das Chaos um die Antibabypille entwirren. (Foto: FH Münster/ Pressestelle)

Eigentlich könnte die Broschüre bei Krankenkassen und in Arztpraxen ausliegen. Sie trägt den Titel „Pillepalle“ – und enthält alles andere als Nichtigkeiten. Die Abschlussarbeit von Madeline Schmolke „informiert über alles, was man über die Antibabypille wissen sollte“, sagt die 24-Jährige. Sie ist eine der 66 Absolventen am Fachbereich Design der FH Münster, die nun auf dem „Parcours“ ihre Bachelor- und Masterarbeiten zeigen.

„Mit welchen Themen sich die jungen Leute befassen, darüber sind wir immer wieder erstaunt“, sagt Prodekan Prof. Rüdiger Quass von Deyen und lobt die Bereitschaft der Studierenden, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen, die sie bewegen. „Dabei werden sie immer fundierter, auch radikaler“, findet Dekan Prof. Ralf Beuker. So sei Felix Feldmann regelrecht wütend darüber, wie viel Müll die Modeindustrie erzeugt. Er setzt in seiner Abschlussarbeit ein eigenes Geschäftsmodell dagegen. Den Titel der Produktlinie „Scavengers“ meint er wörtlich: Für die einen sind es Lumpen, für ihn werden daraus wieder neue Kleidungsstücke. „Zunächst nur T-Shirts, aber ich mache weiter.“

Malin Neumann zeichnete „Wesen der Wälder“, um uns zu zeigen, wie wichtig Natur ist. (Foto: FH Münster/
Malin Neumann zeichnete „Wesen der Wälder“, um uns zu zeigen, wie wichtig Natur ist. (Foto: FH Münster/ Pressestelle)

Nachhaltigkeit ist auch das Thema bei Verena Brennecke. In ihrer Publikation hat sie Sharing-Modelle in Köln dokumentiert und war selbst erstaunt, was man außer Kleidung und Autos noch teilen kann – wie etwa ein Restaurant. Mit ihren Fotostrecken und persönlichen Interviews will sie Vorbilder vorstellen, denn Mitmachen sei ausdrücklich erwünscht. „Es geht mir nicht um Verzicht, aber darum, unser Konsumverhalten zu reflektieren und Ressourcen zu schonen.“ In diese Wunde legt auch Malin Neumann den Finger. In ihrem Bilderbuch „Wesen der Wälder“ erweckt sie Baumgeister und Kobolde aus elf Ländern zum Leben. Sie hatte deren Legenden recherchiert und die Illustrationen dazu erfunden. Noch toben die Figuren durch die gebeutelte Natur. „Doch wo leben die Wesen in einer Welt ohne Wälder?“, fragt sich die Absolventin und den Leser angesichts der massenhaften Abholzung.

Die Frage nach dem Glück hat Lucia Schöber beschäftigt. Herauskam „Lux“, ein Bookazine, in dem die Absolventin aufzählt, was Menschen glücklich macht. Grundlage dafür war ihre Online-Befragung mit 200 Teilnehmern zwischen 19 und 60 Jahren. Ihr Fazit: Glück kann man lernen. Was Glück für die Besucher der Ausstellung bedeutet, dürfen diese am Stand von Schöber notieren.

Geöffnet ist die Ausstellung noch am Samstag (9. Februar) von 10 bis 20 Uhr und am Sonntag (10. Februar) am Leonardo-Campus 6 von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

 

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