4,2 Tonnen Fisch aus dem Aasee geholt Zweiwöchige Intensivbefischung beendet / Fische in andere Gewässer umgesetzt / Eingriff für mehr Balance im Aasee

Rund 4,2 Tonnen Friedfisch haben Fischer in den vergangenen vierzehn Tagen dem Aasee entnommen. Raubfische, wie dieser Hecht, wurden zurückgesetzt. (Foto: Stadt Münster)

Nach zwei intensiven Wochen ist die großangelegte Befischung des Aasees abgeschlossen. Zwischen dem 7. und 20. April ließ die Stadt Münster rund 4,2 Tonnen Friedfische wie Brassen, Güster, Rotaugen und Karpfen aus dem Gewässer entnehmen. Damit soll das Verhältnis von Raub- und Friedfischen verbessert und das Ökosystem stabilisiert werden. Ohne den Eingriff würde der Bestand an Friedfisch zunehmen und das Gleichgewicht im See beeinträchtigen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. 

Für die Aktion waren Berufsfischer aus Karlsruhe im Einsatz. Mit Netzen, Reusen und einem Fischerboot fingen sie die Tiere gezielt ab. Anschließend wurden die Fische gemeinsam mit dem Verein für Fischerei und Gewässerschutz „Frühauf“ Münster in andere Gewässer umgesetzt. Auch Raubfische wie Hechte und Zander gingen ins Netz – sie wurden jedoch wieder zurück in den Aasee gesetzt. Dort sollen sie langfristig helfen, den Bestand auf natürliche Weise zu regulieren.

Gute Zusammenarbeit rund um den See

Während der Befischung kam es zeitweise zu Einschränkungen für den Wassersport. Um diese möglichst gering zu halten, stimmte der ausführende Fischereibetrieb seine Arbeiten eng mit den lokalen Nutzergruppen ab. Segelclubs, die Segelschule Overschmidt und weitere Beteiligte arbeiteten dabei Hand in Hand. Unterstützung kam auch vom Münsteraner Regattaverein, der bei der Markierung der Netze half. Der SC Hansa stellte unter anderem seine Infrastruktur zur Verfügung. „Die Einschränkungen im Segelbetrieb nehmen wir gerne in Kauf – wichtig ist ein gesunder Aasee“, sagte Karl-Heinz Kötterheinrich, Vorsitzender des Segelclubs Hansa Münster.

Fischer haben in den vergangenen vierzehn Tagen rund 4,2 Tonnen Friedfisch aus dem Aasee geholt. Raubfische wurden zurückgesetzt. (Foto: Stadt Münster)

Langfristige Strategie zeigt Wirkung

Die aktuelle Maßnahme ist Teil eines langfristigen Konzepts: Seit 2021 steuert die Stadt Münster den Fischbestand im Aasee gezielt. Dabei werden Friedfische entnommen und Raubfische eingesetzt, um das Nahrungsnetz im See zu stabilisieren. Gleichzeitig werden Rückzugs- und Laichmöglichkeiten für Raubfische verbessert. Seit Beginn der Maßnahmen wurden insgesamt rund 18,8 Tonnen Friedfische entnommen. Zudem wurden etwa 600.000 Hechtbrütlinge und mehr als 40.000 junge Zander eingesetzt. Ziel ist ein stabiler Gesamtbestand von rund zehn Tonnen Fisch – mit einem Raubfischanteil von etwa 30 Prozent.

Erste positive Entwicklungen sichtbar

Erfahrungen aus anderen Gewässern zeigen, dass sich ein stabiles ökologisches Gleichgewicht erst über mehrere Jahre entwickelt. Doch im Aasee seien bereits erste Fortschritte erkennbar, besagt die städtische Pressemeldung. So habe laut einer Untersuchung aus Oktober 2025 die Zahl der Raubfische zugenommen. Außerdem breiten sich wieder mehr Wasserpflanzen aus – ein wichtiges Zeichen für ein gesünderes Ökosystem.

Die Stadt will die Entwicklung weiterhin genau beobachten und ihre Maßnahmen bei Bedarf anpassen. Grundlage dafür sind die städtische Resilienzstrategie sowie das Handlungskonzept für den Aasee.

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