26. Jazzfestival: Alte Bekannte geben sich die Ehre

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Luciano Biondini, Kalle Kalima, Lucas Niggli und Andreas Schaerer (v.l.) bringen gute Laune mit zum 26. Internationalen Jazzfestival Münster. (Foto: Nicole Philipp)

Es war vier Uhr morgens, als Jacky Terrasson das Theatercafé verließ. Er hatte schon auf der Theaterbühne des Jazzfestivals einen temperamentvollen Auftritt hingelegt, bevor es auf der After-Show-Party noch einmal richtig zur Sache ging. Ob sich das wiederholt? Der große franko-amerikanische Jazzpianist ist jedenfalls wieder beim vom Kulturamt ausgerichteten Jazzfestival dabei.Vom 6. bis 8. Januar findet das 26. Internationale Jazzfestival im Theater Münster statt. Aktueller Jazz aus Europa prägt die Abende, es geht aber auch in die USA, nach Israel und Marokko. 

Terrasson steht gemeinsam mit dem Trompeter Stéphane Belmondo und mit dem marokkanischen Musiker Majid Bekkas auf der Bühne. Terrasson und Belmondo kennen sich schon seit den 1980er Jahren und haben vor einigen Monaten ein erfolgreiches Duo-Album veröffentlicht. Mit Bekkas sind sie erst im vergangenen Sommer beim belgischen Gaume Jazz Festival zusammengetroffen. Die Kombination aus Jazz-Standards, Chansons und nordafrikanischen Rhythmen passte so wunderbar, dass es jetzt in Münster eine Fortsetzung geben wird. Bekkas singt und beherrscht die Kurzhalslauten Oud und Gimbri. Zu dritt schicken sie arabische, afrikanische, europäische und amerikanische Klänge auf ganz neue Wege.

Paganini trifft auf Flamenco

Auch der Franzose Renaud Garcia-Fons ist ein immer wieder gern gesehener Gast beim Festival. Im Januar kommt er mit dem spanischen Pianisten Dorantes, mit dem er gerade seine erste Duo-Einspielung „Paseo a Dos“ fertig gestellt hat – eigentlich ein „Spaziergang zu zweit“. Aber wohl eher ein Tanz zu zweit. Dorantes ist ein Flamenco-Star, allerdings nicht an der Gitarre, sondern am Klavier. Und Altmeister Garcia-Fons lässt seinen Kontrabass dazu „singen“. Er ist ein Zauberer am Instrument, sowohl beim Zupfen als auch mit dem Bogen. Ein „Paganini des Kontrabasses“, so bezeichnen ihn Kritiker. Paganini trifft auf Flamenco – das verspricht wild und dramatisch zu werden.

Der Schweizer Andreas Schaerer betörte beim Jazzfestival 2013 mit dem virtuos-anarchisch-humorvollen Gig „Hildegard lernt fliegen“. Schaerer sang, summte, jodelte, schnalzte, war die perfekte Beatbox, indem er Instrumente mit Mund, Nase und Rachen imitierte. Diesmal ist er allerdings nicht als dominierender Frontmann in Münster zu Gast, sondern auf Augenhöhe mit kongenialen Partnern. Da ist zum einen der Finne Kalle Kalima, der an der Gitarre zwischen Country, Folklore und Jazzanarchie pendelt, dann der fabelhafte Schweizer Drummer Lucas Niggli, schon mehrfach mit unterschiedlichen Bands Gast beim Jazzfestival Münster. Und Luciano Biondini (ebenfalls Münster-erfahren), ein italienischer Akkordeonvirtuose. Ihr Projekt: „A Novel of Anomaly“. Normal wird hier also gar nichts sein.

Das Programm mit allen 17 Konzerten mit Musikerinnen und Musikern aus 15 Ländern gibt es hier.

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