2. Münstercamp im Kreativ-Haus

Kaum kam der Aufruf, da standen sie schon Schlange, um ihre Sessions beim Münstercamp 2018 vorzustelle
Kaum kam der Aufruf, da standen sie schon Schlange, um ihre Sessions beim Münstercamp 2018 vorzustellen (Foto: so)

Zum zweiten Mal hatte das rührige Team um Veranstalter Kai Heddergott zu einem Münstercamp ins Kreativ-Haus in der Diepenbrockstraße eingeladen, und diesmal war auch ALLES MÜNSTER dabei. Gekommen waren fast 100 Teilnehmer, nicht nur aus unserer Stadt, sondern auch aus Ostwestfalen oder dem Rheinland, aus Hamburg oder noch weiter weg. Alle beschäftigen sich beruflich oder nebenher mit Medien, vorwiegend den digitalen, aber unter ganz unterschiedlichen Vorzeichen. Da trafen Blogger auf professionelle Journalisten, Pressesprecher auf Technik-Freaks oder Werbetexter auf Medienpädagogen, viele, aber längst nicht alle davon als Freiberufler unterwegs.

Das Münstercamp ist ein sogenanntes BarCamp oder eine „Un”-Konferenz, wie es auf der Homepage des Münstercamps 2018 heißt. Das bedeutet, dass die einzelnen Themen noch gar nicht im Voraus festliegen. Und auch nicht, wer sie referiert oder moderiert. Das Motto hieß dann eben: “Frag nicht was das Camp für dich bringen kann, sondern was du für das Camp tun kannst”. Klingt etwas abgegriffen, aber es funktionierte erstaunlich gut. Natürlich haben sich nicht alle erst spontan nach der Begrüßung und der obligatorischen Vorstellungsrunde überlegt, zu welchem Thema sie in den nächsten Stunden eine sogenannte “Session” anbieten wollen. Wer hat schon zufällig eine vollständige Ausrüstung im Reisegepäck, mit der man virtuelle Räume betreten und sich in ihnen bewegen kann, wie auf dem Holodeck der Enterprise?

Für die meisten Gesprächsrunden war allerdings kein großes Equipment erforderlich, sondern nur die Geräte, die sowieso jeder dabei hatte, also Smartphones oder Pads. Auf denen wurde ständig von vielen irgendwas getwittert, was gelegentlich wie der Albtraum eines Lehrers wirkte. Hier war das aber erwünscht, daher führten die mitteilungsgsfreudigen Teilnehmer den Hashtag #MSCamp18 zeitweilig in die Top Ten aller deutschen Tweets. Das wichtigste waren jedoch die Gespräche, die manchmal eine andere Richtung nahmen, als zuvor gedacht. So entstand mitunter eine neue Idee für eine weitere Session – und für das nächste Münstercamp am 15. und 16. Februar 2019 der Wunsch, mehr politische Themen einzubringen.

Wohl jeder hat irgendetwas mitgenommen aus den zwei Tagen im Kreativ-Haus, seien es praktische Apps, Anregungen für künftige Projekte oder neue Kontakte. Und jeder wird wohl eigene Höhepunkte hervorheben, denn schließlich fand vieles gleichzeitig statt. Dazu gehörten auf jeden Fall die gewonnenen Erkenntnisse über die eigene “Digitalbiographie”, die Kai Heddergott jeden selbst anhand seiner persönlichen Einstiegspunkte in die unterschiedlichen Technologien feststellen ließ. Oder die lebhafte Diskussion, die sich aus der Sprechstunde ergab, die Andrea Hansen (freie Fernsehjournalistin u.a. für den WDR) und Lisa Fraszewski (Volontärin bei Hallo Münster) unter dem Motto “Frag den Journalisten, beschimpf den Journalisten” abhielten. Dass sich die Werbung immer mehr ins Internet und zu den YouTubern verlagert, ist allen bekannt, aber die wenigsten wussten, dass es hier in Münster eine Agentur zur Betreuung von Influencern gibt. Einen schönen Abschluss setzten der freie Journalist und Buchautor Ralf Heimann und der Werbetexter Tim Stelzer. Unter der Überschrift “Lesen , Schreiben, Rechnen” referierten sie auf launige Art, wie man mit dem Schreiben von Texten Geld verdienen kann – und welche Fallen es dabei zu vermeiden gilt. Beim nächsten Mal wird dann sicher auch einer der hiesigen Blogger ähnliches verraten – die haben sich schließlich beim ersten Münstercamp vor einem Jahr vernetzt und mit den münsterBLOGs ein Vorbild für andere Städte und Regionen geschaffen.

Unter dem Hashtag #MSCamp18 wurde fleißig auf Instagram, Facebook und vor allem auf Twitter gepostet. Weitere Fotos gibt es auf Flickr und Infos zum nächsten Münstercamp 2019 sicher bald auf muenstercamp.de
Ralf Clausen

Ralf Clausen

(rc) - Redakteur bei ALLES MÜNSTER
Ralf kommt aus dem Norden, lebt aber schon seit 1992 in Münster. Er interessiert sich besonders für Musik und Kultur, aber auch für Geschichte und Stadtgeschichten. Im Bürgerfunk moderiert er auf Antenne Münster "Easy Listening - Musik am Feierabend". Einige seiner Schallplatten trägt Ralf schon mal zum Auflegen in eine von Münsters Kneipen, zu denen seine Lieblingsmusik aus den 50er, 60er und gelegentlich auch 70er Jahren passt.

rc@allesmuenster.de
Ralf Clausen

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