Tiger Rasputin lebt als Präparat im Museum für Naturkunde weiter

Tiger Rasputin wird als Präparat weiterleben. (Foto: sg)
Tiger Rasputin wird als Präparat weiterleben. (Foto: sg)

Im Jahr 2003 kam er in Leipzig zur Welt, im April 2005 zog der Amur-Tiger Rasputin dann im Allwetterzoo in Münster ein, wo sein Leben im Februar 2016 auch ein Ende nahm. Aufgrund eines bösartigen Tumors am rechten Vorderlauf entschied man sich, ihn einzuschläfern. Damit das seltene Tier der Nachwelt erhalten bleibt, kam sein Fell ins Museum. Hier wurde er nun präpariert und in die Sammlung des Museums überführt.

Traurige Berühmtheit erlangte Rasputin, als er 2013 einen 57-jährigen Tierpfleger durch einen Biss ins Genick tötete. „Diese Attacke ist aber kein Grund für seine Ausstellung“, versichert Zoodirektor Wilms auf Nachfrage, „Rasputin hat keine Sonderstellung, weil er einen Unfall verursachte. Tiger sind so selten, dass diese Chance genutzt werden musste!“. Die Präparation dient also ausschließlich dem Zwecke der Ausstellung und Anschauung.

Präpariert oder lebendig? Fast nicht zu unterscheiden. (Foto: sg)
Präpariert oder lebendig? Fast nicht zu unterscheiden. (Foto: sg)

Ausstopfen war gestern

Wo man früher landläufig vom „Ausstopfen“ sprach, redet man heute nur noch vom „Präparieren“. Das hat nicht nur sprachliche sondern auch rein handwerkliche Gründe. In früheren Zeiten stopfte man tatsächlich die Tierhaut einfach mit Stroh oder Baumwolle aus, wohingegen das Vorgehen heute ein wenig anders ist. Nachdem die Haut des Tieres abgelöst und vom Gerber wieder zurück war, wurde bei Rasputin zunächst überlegt, in welcher Position der Tiger dargestellt werden soll. „Die große Herausforderung ist es, das Tier möglichst lebensecht aussehen zu lassen, vor allem im Gesicht“, erklärt der Präparator des LWL-Museums für Naturkunde, Markus Ranft.

Nachdem diese Frage geklärt war, begann dann die eigentliche Arbeit, aus Montageschaum wurde zunächst ein Modell gebildet bzw. in Rasputins Fall wurde ein fertiges Modell gekauft und leicht angepasst. Als dieses Modell fertig war, wurde im Anschluss die Haut aufgezogen, um zu sehen ob alles passt. Erst als alles stimmig war, wurde alles verklebt und zugenäht. Nach dem Trocknen und den Feinarbeiten war das Präparat dann prinzipiell fertig für die Ausstellung. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, Rasputin sieht tatsächlich so aus, als würde er noch lange im Museum weiterleben.

Von links: Präparator Markus Ranft, Zoodirektor Thomas Wilms und Museumsdirektor Jan-Ole Kriegs. (Foto: sg)
Von links: Präparator Markus Ranft, Zoodirektor Thomas Wilms und Museumsdirektor Jan-Ole Kriegs. (Foto: sg)

Zunächst keine Ausstellung des Tigers

Die Öffentlichkeit muss sich allerdings noch gedulden, bis sie den Tiger in Augenschein nehmen kann. Eine längere Ausstellung seines Präparats ist noch nicht geplant. „Das Museum wird im Rahmen von Sonderausstellungen dieses einzigartige Exponat präsentieren“, sagt Museumsdirektor Jan-Ole Kriegs. Einen Termin sollten sich Neugierige aber schon mal im Kalender anstreichen, den 4. März 2017. Dann nämlich wird Rasputin zumindest für einen Abend zu sehen sein, bei der langen Nacht im Museum und Planetarium, von 18.30 Uhr bis 24 Uhr.

Stephan Günther
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