Stadt wirbt für Rücksichtnahme im Hamburger Tunnel

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Verkehrsplaner Michael Milde zeigt die Probleme im Hamburger Tunnel auf. (Foto: th)

Seit einer Woche ist der Haupteingang des Bahnhofsgebäudes geschlossen. Damit verbunden hat sich das Aufkommen von Fußgängern und Radfahrern im Hamburger Tunnel enorm erhöht. „Rund 60.000 Menschen passieren täglich den Tunnel”, erklärt Verkehrsplaner Michael Milde von der Stadt Münster, „ein großer Teil ist mit dem Rad unterwegs.”

Vor allem zu den Stoßzeiten morgens und im Bereich des Spätnachmittags kommen sich Radler und Leezenfahrer in dem Tunnel schonmal in die Quere, unlängst wurden Forderungen nach einem Fahrradverbot oder anderen Maßnahmen laut. Für Oberbürgermeister Markus Lewe ist das Problem des Miteinanders von Fußgänger und Radfahrer “münstertypisch” und alles andere als neu, ähnliche Diskussionen gab es in der Vergangenheit an der Stubengasse und der Windhorststraße.

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Oberbürgermeister Markus Lewe wirbt für ein rücksichtsvolles Miteinander von Radfahrern und Fußgängern. (Foto: th)

„Dennoch ist das ein Problem, über das man nicht hinweggeht”, stellt Lewe klar und appelliert an ein rücksichtsvolles Miteinander aller. Außerdem spricht die jetzige Beschilderung eine klare Sprache: der Tunnel ist ein Gehweg, auf dem Radfahrer geduldet sind.

Um vom Hauptbahnhof in die Innenstand zu gelangen, bietet sich auch der Weg über die Wolbecker Straße an. „Das würde den Zustrom im Hamburger Tunnel vermutlich deutlich senken”, sagt Werner Schulik, Leiter der Straßenverkehrsbehörde im Ordnungsamt, „und stellt streckenmäßig keinen Umweg dar.” Hier sei man mit der Deutschen Bahn im Gespräch, um Reisende in den Zügen per Durchsage auf diese Möglichkeit hinzuweisen.

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Den Hamburger Tunnel passieren rund 60.000 Menschen pro Tag. (Foto: th)

Die Situation mit baulichen Maßnahmen im Tunnel zu entzerren, ist für die Stadt keine Option. Der nur 8 Meter breite Tunnel bietet aus Fluchtwegsgründen keine solche Möglichkeit. In den nächsten Tagen sollen Schilder an den Tunnel-Eingängen angebracht werden, die zur gegenseitigen Rücknahme aufrufen. „Gebote sind besser als Verbote”, sagt Oberbürgermeister Lewe und hofft, dass die Schilder ihre gewünschte Wirkung erzielen.

Trotz allem zeigt sich Verkehrsplaner Milde mit der gesamten neuen Verkehrssituation um den Hauptbahnhof zufrieden: „Eine erste Bilanz dessen, was wir im Rahmen des Großprojektes verändert haben, ist durchaus positiv”, so Milde, „dennoch sind hier und da sicherlich noch Verbesserungen von Nöten.”

Ein Kommentar

  1. Was mir nicht in den Kopf will, warum lässt man die Fahrräder die paar Meter durch den Tunnel nicht schieben. Passende Schilder aufstellen, ein paar mal durch die Polizei kontrollieren lassen, fertig. Wo ist bitte das Problem… Kann doch nicht so schwer sein.

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