Skyrun: In 360 Stufen zum Ziel

Lesezeit: 3 Minuten
Die Cheerleader der Münster Mammuts feuern die Teilnehmer beim Skyrun an. (Foto: wf / Weber)
Die Cheerleader der Münster Mammuts feuern die Teilnehmer beim Skyrun an. (Foto: wf / Weber)

Man nehme ein Hochhaus, 18 Stockwerke und 360 Treppenstufen, fertig ist der Skyrun Münster. Zum dritten Mal versammelten sich gestern Spitzen- und Breitensportler zu einem Highlight der Towerrunning-Szene in Münster. Neu war in diesem Jahr die AbiUp-Wertung: Hier hatten die anstehenden Abiturienten die Chance, ihre Stufenkasse aufzupeppeln. 

Der Tag startete schon mit einem Rekord, noch bevor der eigentliche Wettkampf überhaupt begonnen hatte. 350 Teilnehmer zählten die Organisatoren in diesem Jahr, so viele wie noch nie. Alles war vorbereitet, die 18 Etagen im LVM Tower am Kolde-Ring frisch gelüftet. Doch dann versagte pünktlich zum Start der Qualifikations-Runden die Technik. “Wir hatten Probleme mit der elektronischen Zeitenübergabe”, erklärte Veranstalter Stefan Spiekermann, “und so mussten wir die ersten Runden manuell erfassen.” Sozusagen zurück zu den Wurzeln, denn im ersten Jahr wurden die Ergebnisse auf ein riesiges DIN A1 Plakat eingetragen – mit der Hand.

Beim Kidsrun sind die kleinsten Skyrunnner unterwegs. (Foto: wf / Weber)
Beim Kidsrun sind die kleinsten Skyrunnner unterwegs. (Foto: wf / Weber)

Die Läufer gestern nahmen es gelassen, denn nach wie vor erfreut sich der Skyrun großer Beliebtheit. So wurden allein 60 Starter aus Münster gezählt. Wie auch in den Vorjahren bestand das Teilnehmerfeld nicht nur aus laufbegeisterten Breitensportlern aus ganz Deutschland, auch das Who is Who der Towerrunning-Szene hatte sich wieder angemeldet. „Wir freuen uns über ein absolutes Spitzenfeld national und international“, erklärte Spiekermann. Am Start waren neben der Siegerin und dem Sieger des Vorjahres – Lenka Svabikova und Tomas Macecek (beide Tschechen) – auch der Deutsche Christian Riedl, Zweiter des Eiffel Tower-Laufs in diesem Jahr und 2015 Sieger des renommierten Empire State Building Run-Up. Er reiste als Zweiter der Weltrangliste und amtierender Deutscher Meister an.

Die Tschechin Lenka Svabikova wiederholte ihren Vorjahressieg und nahm die 18 Etagen im Finallauf in 1:42,1 min. Im Ziel strahlte die Tschechin und freute sich: „Der Lauf liegt mir und ich liebe den K.-o.-Modus hier in Münster.“ Nicht wiederholen konnte Tomas Macecek seinen Sieg aus dem Vorjahr, er unterlag Stefan Stefina. Im achten Männer-Rennen des Tages und damit nach 144 Stockwerken und 2.880 Stufen in den Beinen, lieferten sich die beiden Tschechen ein Wimpernschlagfinale – mit dem glücklicheren Ausgang für Stefina: Zwei Hunderstel konnte der Herausforderer über die Ziellinie in 70 Metern Höhe retten. Seine Siegzeit: 1:21,7.

Schnellste Deutsche und zugleich beste Münsteranerin war, wie im Vorjahr, Anita Pawlak. Sie schaffte es über fünf Runden im LVM-Turm bis ins Viertelfinale, musste sich dort aber der späteren Siegern Lenka Svabikova geschlagen geben. Bei den Männern hielt Jannik Feder aus Münster die Lokalfarben hoch. Im Spezialistenfeld der Top-Treppenläufer konnte sich der Triathlet bis ins Viertelfinale kämpfen. In seiner sechsten Runde unterlag er dann dem späteren Sieger des Skyruns Stefan Stefina.

Bei der Firefighter-Wertung erklimmen die Feuerwehrleute die 18 Etagen in voller Montur und kompletter Ausrüstung. (Foto: wf / Weber)
Bei der Firefighter-Wertung erklimmen die Feuerwehrleute die 18 Etagen in voller Montur und kompletter Ausrüstung. (Foto: wf / Weber)

In der Firefighter-Wertung waren 75 Feuerwehrleute aus dem ganzen Land angetreten. In voller Montur und mit 20 Kilogramm schwerer Ausrüstung kämpften sich Leon Herting und Martin Brieden ins Finale, hier siegte Brieden mit einer Zeit von 2:07 min. Beim neuen Wettkampf “AbiUp” hatten sich sieben angehende Schul-Absolventen-Teams aus dem Münsterland angemeldet. In dieser Wertung sicherten sich die Schüler des St. Pius-Gymnasiums aus Coesfeld den ersten Rang und damit 400 Euro im für die Abikasse, gefolgt von den Friedensschülern aus Münster.

Organisator Stefan Spiekermann zog am Abend ein hochzufriedenes Resümee: „Wir haben es durch den einzigartigen Modus und als Grand-Prix-Rennen der Tower Running World Organisation geschafft, die nationale und internationale Elite der Towerrunning-Szene erneut nach Münster zu locken und konnten den Breitensportlern, Kindern und Jugendlichen und nicht zuletzt den Feuerwehrleuten einen attraktiven sportlichen Rahmen bieten.“

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.