Pflegenotstand: Sehenden Auges in die Katastrophe

Eine Folge des Pflegenotstands: In vielen Kliniken sind Patienten oft allein auf weiter Flur. (Foto: CC0)
Eine Folge des Pflegenotstands: In vielen Kliniken sind Patienten oft allein auf weiter Flur. (Foto: CC0)

In deutschen Krankenhäusern herrscht massiver Pflegenotstand. Bundesweit fehlen 100.000 Pflegekräfte, davon allein 40.000 in NRW. Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr Patienten in kürzerer Zeit versorgen, kritisiert DIE LINKE in Münster.

„Von den insgesamt 264.000 Beschäftigten in den Kliniken in NRW ist dabei insbesondere die Pflege durch Personalabbau, Arbeitsstress und Arbeitsverdichtung betroffen“, warnt Johanna Wegmann, LINKE-Landtagskandidatin in Münster. Die Folgen seien fehlende Zuwendung, mangelnde Hygiene und die Gefahr, dass es zu gefährlichen Pflegesituationen komme. Dies sei ein vollends inakzeptabler Zustand, denn er gehe auf Kosten derjenigen Menschen, die dringend auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind.

DIE LINKE kämpft gemeinsam mit den Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der ambulanten und stationären Altenpflege und in den Krankenhäusern und zugleich für eine gute Gesundheitsversorgung für alle Menschen. „Dass es anders gehen kann, zeigt ein Blick in andere Länder“, so Wegmann weiter. „Während sich in Deutschland rund 12 Pflegekräfte um 100 Krankenhauspatienten kümmern, sind es in den Niederlanden und der Schweiz mehr als doppelt so viele Pflegekräfte pro Patient. In Norwegen kommen sogar 43 Pflegekräfte auf 100 Krankenhauspatienten. Wir fordern daher eine gesetzliche Personalbemessung, um den Personalnotstand zu bekämpfen und die bundesweit notwendigen 100.000 Pflegekräfte einzustellen.“ Man brauche verbindliche Vorgaben, wie viele Pflegekräfte für wie viele Patienten benötigt werden. Zudem müsse die Krankenhausfinanzierung des Landes NRW auf mindestens 1,3 Milliarden Euro jährlich erhöht werden.

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