Otto Waalkes – taufrischer Humor eines alten Friesenjung

Otto ist und bleibt ein kleiner Friesenjung. (Foto: ts)
Otto ist und bleibt ein kleiner Friesenjung. (Foto: ts)

„Ja, ich bin ein Friesenjung, nur ein kleiner Friesenjung und ich wohne hinterm Deich“, singt Otto Waalkes und mehrere tausend Kehlen in der Halle Münsterland gröhlen lauthals mit. Otto ist mit 68 Jahren eben immer noch ein großer Junge und begeistert mit fast kindlichem Charme, Talent und Hingabe sein Publikum der „Holdrio Again“-Tour in Münster.

Die Bühne, bestückt mit dem Geburtsort des Künstlers, dem Otto Huus in Emden, einem Leuchtturm und zahlreiche Gitarren lassen erahnen, wieviel Klamauk der als Blödebarde bekannte Künster zum Besten geben wird. Älter geworden scheint er jedenfalls kaum – bis auf die wenigen Haare, die er unter seinen bunten Kappen zum Vorschein bringt, sieht man kaum einen Unterschied. Und auch Mimik, Gestik, Geräuschkulisse und die Gags sind eben solche, die seit Jahrzehnten zünden. „Möchten Sie ein Kind von mir?“, richtet Otto das Wort an die Single-Damen im Saal. Lauthalses Kichern ist die Antwort. „Nein? Das ist gut, ich hab auch grad keins da“, zündet Otto laufend Gags und bindet immer wieder das Publikum mit ein. Doch zunächst kündigt eine Leinwand die Koryphäe der Komik an, auf der ulkige Sprüche durchs Bild flimmern wie „Preußen Münster – Bundesligaaufsteiger 2099“.

Auch musikalisch wird Blödelbarde Otto seine humorvollen Botschaften los. (Foto: ts)
Auch musikalisch wird Blödelbarde Otto seine humorvollen Botschaften los. (Foto: ts)

Ottos Witze sind abgestimmt auf die Domstadt und dann doch wieder so allgemein, dass man vor Lachen heulen möchte, auch, wenn so mancher Spruch einen langen Bart hat. „Frau Lehrerin, haben Sie auch einen Busen? Und können Sie den mal morgen mitbringen?“, unkt Otto und dank seines vorzüglichen Charmes und seinem Talent, jeden noch so flachen Spruch in ein Feuerwerk der Komik zu verwandeln, biegt sich das Publikum. Immer wieder müssen die Gäste im Saal selber ran, sind mal Hyänen, Kröten oder Wölfe, die lautstark mit Geräuschen an Ottos musikalischem Märchen teilhaben sollen.

Auch sein Markenzeichen, der Ottifant, zog sich wie ein roter Faden durch die Show. Als Bild, Ton, Lied, sogar als E-Gitarre kam das aberwitzige Maskottchen zum Einsatz und erfreute am meisten die Herzen der Kinder. Als kuschelige Stoffversion in rosa, blau oder grau verschenkte Otto Stoff-Ottifanten zur Pause und schoss einen der Kuschelkameraden gar ins Publikum. „Sind Kinder anwesend?“, hatte sich Otto vorher vergewissert. Und bot breit grinsend an, besonders viele anzügliche Witze machen zu wollen.

An bösen Zoten gab es aber dennoch weniger, als an Songs, Musik und Gesang. Otto, ein Virtuose auf der Gitarre, bediente sich neuer Schlager und Rocksongs, um seine humorvollen Botschaften loszuwerden. Und obwohl Otto immer älter wird, sind seine Shows zeitlos modern mit einem Hauch von Klassik längst vergangener Blödel-Tage, die für den Meister des Humors niemals enden werden.

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