Oberfinanzdirektion: Rückbau beginnt

Am Anfang der Woche startete der Rückbau der ehemaligen Oberfinanzdirektion. (Foto: th)
Am Anfang der Woche startete der Rückbau der ehemaligen Oberfinanzdirektion. (Foto: th)

Jetzt geht es der ehemaligen Oberfinanzdirektion (OFD) an den Kragen. Anfang der Woche begann der Rückbau des Mitte der 60er Jahre errichteten Gebäudes an der Andreas-Hofer-Straße. Auf dem frei werdenen Gelände soll bis 2020 ein Bildungscampus entstehen. Allein die Entfernung und Entsorgung der Asbestbauteile werden ein halbes Jahr dauern. 

Bauzäune, Baucontainer und Info-Tafeln waren in den vergangenen Wochen die ersten Vorboten für das Mammutprojekt der Stadt. Mit dem ehemaligen Gelände der OFD soll auf 35.000 Quadratmetern Fläche eine neue Gesamtschule entstehen. Auch die dann umgebaute Fürstin-von-Gallitzin-Realschule wird dort ihren Platz finden, genau wie eine neue Vierfachsporthalle und eine Kindertagesstätte. „Das ist eines der größten städtischen Bauprojekte der letzten Jahrzehnte“, betont Stadtrat Matthias Peck, Beigeordneter für Immobilien und Nachhaltigkeit, „und wird ein Gewinn für den gesamte Stadtteil sein“.

Asbestentsorgung

Bevor die eigentlichen Abrissmaßnahmen beginnen können, müssen die mit Asbest und PCB belasteten Bauteile zurückgebaut werden. „Dies geschieht Etage für Etage, und das unter hohen Sicherheitsvorkehrungen“, wie Diplom-Geograph Jens-Henning Müller erklärt. Dazu werden sogenannte Schwarzbereiche eingerichtet, die luftdicht verschlossen und mit Unterdruck versehen werden. Das verhindere, dass bei den Arbeiten freigesetzte Kleinstfasern nach außen gelangen. Noch innerhalb dieser Schutzzonen werden die Bauteile in spezielle Containern verpackt und versiegelt. bevor sie abtransportiert werden.

Besonders in tragenden Säulen des Gebäudes wurde in den 60er Jahren Asbest verbaut, wie Dipl.-Ing. Sven Lammert erklärt. (Foto: th)
Besonders in tragenden Säulen des Gebäudes wurde in den 60er Jahren Asbest verbaut, wie Dipl.-Ing. Sven Lammert erklärt. (Foto: th)

Die Stadt legt hohe Maßstäbe an, um Anlieger und Schüler im direkten Umfeld der Baustelle bestmöglich zu schützen: „Der Ausbau der Schadstoffe läuft über wissenschaftlich-technisch abgesicherte Verfahren und einer engmaschigen Überwachung durch unabhängige Gutachter sowie Arbeitsschutzbehörden“, betont Projektleiter Roland Schniedenharn vom Amt für Immobilienmanagement. Asbest und PCB galten lange als durch ihre hohe Hitzebeständigkeit als perfekte Allzweckbaustoffe für den Brandschutz. In dem alten 13-stöckigen Gebäudekomplex der ehemaligen ODF sind schätzungsweise 25 Tonnen Asbest verbaut.

Verkehrsbelastung

Es wird keine verkehrstechnischen Einschränkungen im Baustellenbereich geben, versichert die Stadt. Die Lkw-Touren führen vorwiegend über die Manfred-von-Richthofen-Straße in Richtung Kaiser-Wilhelm-Ring und nicht über die durch Kanalarbeiten belastete Wolbecker Straße. Nach Schätzungen von Projektleiter Roland Schniedenharn werden in den ersten Monaten rund 10 LKW am Tag die Baustelle verlassen.

Abriss oder Sprengung? 

Ob nach dem Ausbau der schadstoffbelasteten Bauteile das Gebäude gesprengt oder klassisch zurückgebaut wird, steht noch nicht fest. „Wir haben ein Gutachten zur Erschütterungsprognose erstellen lassen“, erklärt Diplom-Ingineur Sven Lammert vom Büro Bauingenieure Weissenfels. Die Ergebnisse liegen derzeit zur Prüfung bei verschiedenen Abbruchunternehmen und Sprengfirmen, im September soll dann eine Entscheidung getroffen werden. Fällt die Wahl auf eine Sprengung, würde sich die Dauer der Belastung mit Lärm und Staub erheblich reduzieren.

Der erste Spatenstich für den Neubau der Gesamtschule ist für Mitte 2018 geplant, die Einweihung zum Schuljahr 2020/21.

 

Thomas Hölscher

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