NRW-Tag: Religion, Vielfalt und Frieden Themenmeile „Dialog & Vielfalt“ rund um die Überwasserkirche

Mit „Be-Longing“ bringt das Cactus Junge Theater beim NRW-Tag eine deutsch-ghanaische Produktion auf die Bühne der Themenmeile „Dialog & Vielfalt“. Zu sehen sind Gifty Wiafe und Emmanuel Edoror. (Foto: Cactus Junges Theater)
Mit „Be-Longing“ bringt das Cactus Junge Theater beim NRW-Tag eine deutsch-ghanaische Produktion auf die Bühne der Themenmeile „Dialog & Vielfalt“. Zu sehen sind Gifty Wiafe und Emmanuel Edoror. (Foto: Cactus Junges Theater)

Unterschiedliche Religionen und Lebensrealitäten, gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Frage, wie ein friedliches Miteinander gelingen kann: Beim Nordrhein-Westfalen-Tag vom 28. bis 30. August widmet sich eine eigene Themenmeile dem Dialog und der Vielfalt. Rund um die Überwasserkirche kommen dafür Vereine, Religionsgemeinschaften, soziale Organisationen und Wissenschaft zusammen.

Die Themenmeile erstreckt sich über den Überwasserkirchplatz, den Katthagen und die Rosenstraße. Neben Informationsständen sind Gesprächsrunden, Vorträge, Musik, Theater und Kunst geplant. Auch Frieden und die Geschichte Nordrhein-Westfalens spielen eine Rolle.

Religionen im Gespräch

Mehrere christliche, muslimische und jüdische Organisationen präsentieren sich gemeinsam im Innenhof der Diözesanbibliothek. Beteiligt sind die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, der Christlich-Islamische Arbeitskreis und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Der Künstler Thomas Nufer greift mit seiner Ausstellung „Wer kennt Gott am besten?“ ebenfalls das Verhältnis der Religionen zueinander auf.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Universität Münster. An der Überwasserkirche stellt sie den neuen Campus der Theologien und Religionswissenschaft vor. Eine Multimedia-Präsentation gibt Einblicke in Forschung und Studium, bei einem Quiz können Besucher ihr Wissen über Religionen testen und sich mit verbreiteten Klischees auseinandersetzen.

Auch auf der Bühne geht es um Religion und gesellschaftliche Konflikte. Beim zweiteiligen Open-Air-Hörsaal „Religionen, Frieden und Gewalt“ am Samstag stehen unter anderem Islamismus, der Krieg gegen die Ukraine, historische Friedensschlüsse und Konflikte zwischen Religionsgemeinschaften auf dem Programm. Am Sonntag diskutieren Vertreter der evangelischen, katholischen und islamischen Theologie sowie des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ über den neuen gemeinsamen Campus.

Von Inklusion bis queeres Leben

Neben Religion und interreligiösem Dialog nimmt die Meile weitere gesellschaftliche Themen in den Blick. Caritas, Arbeiterwohlfahrt und Diakonie informieren über gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Netzwerkbüro Frauen und Mädchen mit Behinderung beschäftigt sich mit Inklusion. Der CSD Münster organisiert zudem einen Gemeinschaftsstand, an dem sich queere Vereine aus Münster präsentieren.

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Mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Verein Alternativer Friedenspreis sind außerdem Organisationen vertreten, die sich mit Krieg, Frieden und Erinnerung beschäftigen. Das Büro Internationales der Stadt informiert über Europa, Münsters Partnerstädte, Entwicklungszusammenarbeit und fairen Handel.

NRW-Geschichte und internationale Beziehungen

Auch der 80. Geburtstag Nordrhein-Westfalens wird auf der Meile aufgegriffen. Das britische Generalkonsulat erinnert an die ‚Operation Marriage‘: 1946 vereinigte die britische Besatzungsmacht Nordrhein und Westfalen zum neuen Land Nordrhein-Westfalen.

Die britische Generalkonsulin Roseanne Watson blickt im Bühnenprogramm auf diese Gründungsgeschichte zurück. Um die Beziehungen zu den Niederlanden geht es bei einem Gespräch von Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs mit Enschedes Bürgermeister Roelof Bleker.

Theater, Musik und Diskussionen

Zum Bühnenprogramm gehören neben Gesprächen und Vorträgen auch Theater und Musik. Das Cactus Junges Theater zeigt „Be-Longing“, die dritte deutsch-ghanaische Produktion des Ensembles. Das Stück beschäftigt sich mit den Beziehungen zwischen Europa und Afrika, Kolonialismus, Stereotypen und Begegnung auf Augenhöhe.

Musikalisch beteiligen sich unter anderem der Kinderchor St. Joseph, das Ukulelenorchester der Musikschule Nienberge und der Gebärdenchor „Sing a Sign“ aus Emsdetten. Am Samstagabend lädt der evangelische Popkantor Philipp Holmer zum gemeinsamen Singen von Friedensliedern ein.

Auch Kirche, Politik und Stadtgesellschaft kommen miteinander ins Gespräch: Bischof Heiner Wilmer, die evangelische Präses Adelheid Ruck-Schröder und Oberbürgermeister Tilman Fuchs diskutieren auf der Bühne über Gesellschaft und Zusammenhalt.

Die Themenmeile „Dialog & Vielfalt“ ist vom 28. bis 30. August rund um die Überwasserkirche zu finden. Sie ist eine von insgesamt elf Themenmeilen des NRW-Tages in Münster.

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