
In Gievenbeck haben die Arbeiten für eine neue städtische Erstaufnahme-Einrichtung (EAE) für geflüchtete Menschen begonnen. In dem Gebäude sollen künftig bis zu 80 Personen vorübergehend untergebracht werden. Das Projekt wird vom Amt für Immobilienmanagement gemeinsam mit der Wohn + Stadtbau umgesetzt. Die Stadt Münster investiert dafür rund 8,6 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für den Sommer 2027 vorgesehen.
Der dreigeschossige Neubau entsteht an der Straße Bernings Kotten in der Nähe des Oxford-Quartiers. Die Wohnbereiche werden auf alle drei Etagen verteilt. Im Erdgeschoss ist neben den Wohnbereichen auch die Verwaltung untergebracht, die über einen eigenen Eingang verfügt.
Neben den Unterkünften sind auch Räume für soziale Arbeit vorgesehen. Multifunktionsräume sollen Platz für begleitende Angebote bieten, etwa für Sprachkurse oder Kinderbetreuung.
Recycling-Klinker statt Holzfassade
Die Fassade des Gebäudes wird aus hellem Klinker bestehen. Dabei setzt die Stadt auf recyceltes Material.
„Wir hatten zunächst geplant, die Obergeschosse mit einer Holzfassade auszustatten, sind aber auf recycelten Second-Hand-Klinker umgeschwenkt, da dieser wirtschaftlicher und nachhaltiger ist“, erläutert Immobiliendezernent Arno Minas.
Auch beim Dach wird auf Nachhaltigkeit gesetzt: Geplant ist ein begrüntes Retentionsdach, das Regenwasser speichern und zeitverzögert wieder abgeben kann. Zudem ist Platz für eine Photovoltaikanlage vorgesehen, die Strom für den Eigenbedarf erzeugen soll.
Öffentlicher Spielplatz geplant
Neben dem Gebäude soll außerdem ein kleiner Spielplatz mit Sandflächen und Spielgeräten entstehen. Dieser wird öffentlich zugänglich sein. Das gesamte Gebäude wird barrierefrei erreichbar sein.
Die neue Einrichtung soll voraussichtlich im August 2027 die derzeitige Erstaufnahme für Geflüchtete auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne ersetzen. In der Erstaufnahme werden alle Münster zugewiesenen Geflüchteten zunächst untergebracht, bevor sie nach einigen Wochen in Unterkünfte in verschiedenen Stadtteilen umziehen.
Langfristig soll auf dem Gelände der bisherigen Einrichtung Wohnraum entstehen. Der Neubau am Bernings Kotten dient daher als Ersatzstandort in unmittelbarer Nähe.
