Wohin, wenn mein Arzt geschlossen hat?

(Foto: Adobe Stock)
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Dass die Notaufnahmen der Krankenhäuser größtenteils überlastet sind, ist ein Thema, welches immer wieder in den Medien behandelt wird. Jährlich werden bis zu 25 Millionen Patienten in den Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser behandelt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das 2016 im Auftrag des Verbands der Ersatzkassen (vdek) erstellt wurde. Die Krankenhäuser müssen immer zuerst lebensbedrohliche und schwere Erkrankungen behandeln. Das führt oft zu langen Wartezeiten bei weniger schwer Erkrankten.

Viele Patienten sind sich unsicher, oder nicht richtig darüber informiert, welche die richtige Anlaufstelle ist, wenn der Hausarzt gerade geschlossen hat-  etwa abends oder am Wochenende. Wer wann der richtige Ansprechpartner ist, das erklärt Dr. Johannes Schenkel, Ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD):

  1. Arzt im Bereitschaftsdienst

Bei normalen „Wehwehchen“, wie der typischen Erkältung oder Grippe am Wochenende, ab zum Bereitschaftsdienst. Es gilt: „Bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen gesundheitlichen Problemen, deren Behandlung nicht bis zur nächsten Sprechstunde Ihres Hausarztes warten kann, können Sie einen Arzt im Bereitschaftsdienst aufsuchen.“ Wo sie die nächstgelegene Notfallpraxis finden, erfahren sie beim ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen unter der kostenfreien sechsstelligen Rufnummer 116 117. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Der Bereitschaftsarzt versorgt Kassen-, sowie Privatpatienten. Während der Öffnungszeiten können Sie seine Praxis ohne Anmeldung aufsuchen. Fühlen Sie sich dafür zu krank, kann der Arzt auch zu Ihnen nach Hause kommen.

  1. Für Medikamente: Apothekennotdienst

Um die Versorgung mit Medikamenten sicher zu stellen, haben auch Apotheken wechselweise Notdienst außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Wo sich eine solche Apotheke befindet, können Sie unter der kostenlosen Rufnummer 0800 00 22 8 33 (vom Festnetz) oder unter der Kurzwahl 22 8 33 (vom Handy, 69 Cent/Min) erfragen. Einen Aushang finden Sie zudem an jeder Apotheke.

  1. Bei einem richtigen Notfall 112

Bei einem Notfall ist der Rettungsdienst zuständig. Er hat die Aufgabe, Menschen mit lebensbedrohlichen medizinischen Problemen zu versorgen – zum Beispiel Verletzte nach einem Verkehrsunfall, Menschen mit schweren Verbrennungen oder starken Schmerzen im Brustkorb. „Bei akuten Blutungen, Bewusstlosigkeit oder Bewusstseinstrübung, anhaltenden schweren Schmerzzuständen und bei Verdacht auf Schlaganfall sollten sie direkt den Notruf wählen“, sagt Dr. Schenkel. „Gleiches gilt für Vergiftungen und anhaltende Krampfanfälle.“ Der Notruf ist erreichbar unter der Rufnummer 112.

  1. Zur Beratung: Die kostenlose Patientenauskunft

Die UPD Patientenberatung ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie hilft Ratsuchenden, sich im deutschen Gesundheitssystem besser zurechtzufinden. Die Beratung der UPD ist für alle Menschen in Deutschland zugänglich – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind. Ratsuchende können die Patientenberatung unkompliziert und auf vielen Wegen erreichen: per Telefon, Post, Mail, oder Onlineberatung. Die telefonische Beratung der UPD steht über – aus allen Netzen, auch Mobilfunk – kostenlose Rufnummern auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung und ist wie folgt erreichbar: Beratung in deutscher Sprache, Rufnummer: 0800 011 77 22, Zeiten: montags bis freitags von 8 – 22 Uhr und samstags von 8 – 18 Uhr.

 

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