Katholikentag: AfD wird nicht ausgeladen

Die Einladung der AfD zum Katholikentag im Mai wird wohl bestehen bleiben. (Foto: cf)
Die Einladung der AfD zum Katholikentag im Mai wird wohl bestehen bleiben. (Foto: cf)

Die Einladung der „Alternative für Deutschland“ (AfD) zu einer Veranstaltung im Rahmen des Katholikentags hat in den vergangenen Wochen für Diskussionen und erhitzte Gemüter gesorgt. Nun erklären die Organisatoren vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und dem Bistum Münster, weshalb sie an der Einladung des kirchenpolitischen Sprechers der AfD festhalten wollen.

Zu der Podiumsdiskussion „Nun sag‘, wie hast du’s mit der Religion?“ am 12. Mai sind die kirchenpolitischen Sprecher der Bundestagsparteien eingeladen. So auch Volker Münz von der AfD. Bei einer Veranstaltung wie dem Katholikentag dürfe man der AfD keinen Raum geben, da waren sich die Kritiker schnell einig. Eine Einladung dieser Partei sei mit einem Verweis auf den Bundestagseinzug nicht zu rechtfertigen, betonte beispielsweise die Antifa Münster.

„Frühzeitig, bereits vor der Bundestagswahl, hat die Katholikentagsleitung entschieden, aufgrund unterschiedlicher Entwicklungen in unserem Land das Verhältnis des Staates und der Gesellschaft zu den Religionen und Kirchen zu thematisieren. Dies ist nach unserer Überzeugung ein wichtiges Thema für den gesellschaftlichen Frieden“, heißt es dazu in einer Stellungnahme von ZdK-Generalsekretär Dr. Stefan Vesper im Namen der Organisatoren. Die kirchenpolitischen Sprecher der Bundestagsparteien seien wichtige Ansprechpartner in dieser Debatte. „Zu unserem Bedauern stellt die AfD nun seit dem Wahltag eine große Fraktion im Bundestag“, so die Veranstalter weiter. „Nach intensiver Diskussion sind wir deshalb zu der Ansicht gekommen, dass es eine demokratische Notwendigkeit ist, bei unserer Veranstaltung alle im Bundestag vertretenen Positionen, auch die der AfD, durch die kirchenpolitischen Sprecher zur Diskussion zu stellen.“

Es sei höchste Zeit, in eine neue Phase der politischen Auseinandersetzung mit populistischen Strömungen einzutreten: „Wir müssen aktiv und persönlich streiten mit denen, die unsere Demokratie verachten und verhöhnen. Und wir müssen viel intensiver mit denen reden, die aus Frust und Protest AfD gewählt haben.“ Klar sei allerdings, dass sich der Katholikentag entschieden gegen jede Form von Vorurteilen und Hass stelle, auch wenn sie sich als Sorge tarnen.

Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ ruft am 12. Mai zu einer Protestkundgebung auf. „Wir gehen davon aus, dass wieder viele Menschen gemeinsam mit uns der AfD entgegen treten werden und dies entschlossen, kreativ und auf vielfältige Art und Weise“, sagt Bündnis-Sprecherin Liza Schulze-Boysen.

Thomas Hölscher

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