Im Interview mit Illustrator und Comiczeichner Jörg Hartmann

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Jörg Hartmann (Foto: sg)
Jörg Hartmann (Foto: sg)

Du bist kein gebürtiger Münsteraner, sondern in westfälischen Bad Driburg geboren und aufgewachsen. Was hat dich schließlich nach Münster gezogen? 

“Mir war immer klar, dass ich nicht in Bad Driburg bleiben würde. Als ich an der FH für Design in Münster die Eignungsprüfung bestanden hatte, bin ich zum Studieren hierher gekommen. Und dann hier geblieben.”

 

Seit einigen Jahren kennen wir dich als Illustrator der Wilsberg-Comics. Vor kurzem hast du sogar für das ZDF einen Comic mit bewegten Bildern entworfen (wir berichteten). Wie entstand die Idee für die Wilsberg-Arbeiten und dann schließlich die Zusammenarbeit mit dem ZDF?

“Die Idee zum Wilsberg-Comic entstand schon vor 12 Jahren und es war damals ein Studienprojekt, das mein Professor Marcus Herrenberger bei mir losgetreteten hat. Ich war eigentlich an der FH angetreten, um Grafik-Design zu studieren und nur durch einen kleinen Zufall überhaupt bei der Illustration gelandet, was aber dann dazu führte, dass ich schnell gut bezahlte Jobs hatte, die viel Zeit in Anspruch nahmen. Ich beschäftigte mich also gar nicht mehr mit Grafik-Design, sondern dann ausschließlich mit der Zeichnerei. 

Mein Prof wollte mich dann in eine andere Richtung lenken und schlug die Comiczeichnerei vor. Als Thema gab er mir Wilsberg. Ich hatte bis dahin nie viel Comics gelesen und es war komplettes Neuland für mich. Eine spannende Sache, die mich bis heute nicht mehr losgelassen hat. Wilsberg verschwand zwischendurch immer wieder in der Schublade, weil ich andere Projekte einschieben musste. Irgendwann fand ich die Ergebnisse reif genug, es Verlagen zu zeigen und schließlich konnte ich mir dann sogar einen aussuchen.”

 

Wie ging es dann weiter?

“Bei dem Projekt haben mir viele Leute unter die Arme gegriffen, unter anderem auch Leonard Lansink. Dadurch wurde das ZDF aufmerksam und Martin Neumann, der Wilsberg-Redakteur beim Sender, rief mich an. Er war dann zweimal bei mir im Atelier und wir haben besprochen, was vorstellbar ist. Dann ist der kleine Comic zum Film entstanden. Ich habe da zum ersten Mal mit dieser Motion-Scroll-Technik gearbeitet. Das war wieder komplett neu, aber ich fand, dass man die Möglichkeiten des Internets besser nutzen muss. Das ist auch grundsätzlich etwas, was den Beruf für mich sehr spannend macht,  dass man quasi jeden Tag Neues ausprobieren kann.”

 

Hartmann mit Freundin Sylvia (Foto: sg)
Hartmann mit Freundin Sylvia (Foto: sg)

Wie können wir uns den privaten Jörg Hartmann, so ganz ohne Stift in der Hand, vorstellen? Was treibst du privat?

Mein Beruf nimmt mich ziemlich in Beschlag und es ist manchmal schwer, allem gerecht zu werden, aber zuerst fließt meine freie Zeit in meine Familie. Ich habe eine kleine Tochter, die da natürlich an erster Stelle steht. Und meine Freundin natürlich.

Die Zeit, die dann noch bleibt, verbringe ich mit Freunden. Da spielt es gar keine Rolle, wo. Hauptsache man trifft sich und hat ne gute Zeit!

 

Hast du dennoch Lieblingsplätze in Münster? 

Im Sommer mag ich den Kanal. Oder Biergärten: Maikotten! Ich freue mich schon tierisch auf die WM im Sommer und auf Fußballgucken unter den alten Kastanien dort. 500 Leute und gemütlich als wären es 20, besser geht nicht! Am Hafen bin ich dann auch gerne. Mein Atelier ist in der Sophienstraße, bis zum Hafen kann man quasi spucken. Im Winter überall wo`s warm ist und eher drinnen.” 

 

Bist du selber auch Comic-Freund? Oder was würden wir für Bücher in deinem Regal finden?

“Ja, natürlich. Seit ich selber Comics zeichne, kaufe ich auch vermehrt welche. Ein großer Comicleser bin ich aber nicht geworden. Der Geist ist willig, aber: Es stapeln sich mittlerweile Türme ungelesener Bücher bei mir, weil mir leider die Zeit fehlt, alles zu lesen. Es gibt Arbeitsschritte, bei denen ich nicht 100 % konzentriert sein muss. Dann höre ich gerne Hörbücher.”

 

„Münster – die lebenswerteste Stadt der Welt“ – für dich weil…?

“… ich inzwischen so lange hier lebe, dass ich mit jeder zweiten Straßenecke eine Erinnerung verbinde.” 

 

Danke, Jörg, für dieses nette Interview.

Den bewegten Motion-Comic von Wilsberg gibt es hier.

 

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Viel Glück!

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