GOP Münster – Keine halben Sachen Neues Programm feierte in der vergangenen Woche Premiere

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Das Ensemble von "Keine halben Sachen", der neuen Show im GOP. (Foto: Toofan Hashemi)
Das Ensemble von “Keine halben Sachen”, der neuen Show im GOP. (Foto: Toofan Hashemi)

Es geht mit großen Schritten auf das Weihnachtsgeschäft zu, welches dem Varieté traditionsgemäß die Säle füllt. Gesellschaften, Firmen und andere Weihnachtsgäste wollen bestens unterhalten werden. Mit “Keine halben Sachen” schickt man in diesem Jahr eine ganz klassische Varieté-Show ins Rennen. Alles was das Herz begehrt und kurzweilige Unterhaltung erwartet die Besucher noch bis Januar 2020 im GOP Münster.

Entertainer, Zauberer und Kabarettist Marcel Kösling nimmt die Gäste zu Beginn der Show in Empfang und führt sie mit viel Witz und Charme eloquent durch den heiteren Abend. Er ist das verbindende Element zwischen den Darbietungen, gleichzeitig aber auch selbst immer aufs Neue ein Highlight. Er beweist sich als vielseitiger Gastgeber, denn nicht nur mit Worten kann er umgehen, auch beim Thema Zauberei zeigt er sich talentiert. Auch wenn er so manch heikle Entscheidung gerne im wahrsten Sinne in die Hände von im Publikum anwesenden Journalistinnen legt, so hätten hier fast zwei Hände den Nagel auf dem Kopf getroffen.

Die Show ist mit “actionreich” nur unzureichend bechrieben. Das Tempo lässt die Zeit wie im Fluge vergehen und Verschnaufpausen gibt es eigentlich nur, wenn Silent Rocco mit seiner grazilen und filigranen Pantomime für kurze Entschleunigung sorgt. Ganz egal, ob er dabei schwerelos im Weltall unterwegs ist, oder sich grazil unter Wasser bewegt.

Das Duo Maryna & Chris. (Foto: Toofan Hashemi)
Das Duo Maryna & Chris. (Foto: Toofan Hashemi)

Ähnlich grazil zeigt sich die Brasilianerin Jessica Savalla mit den Hula-Hop-Ringen. Sie erfindet das Genre sicher nicht neu, verbindet es aber gekonnt und auf einzigartige Weise mit tänzerisch-akrobatischen Elementen, dass man die Augen nicht von ihr abzuwenden wagt, um ja nichts zu verpassen.

Bei anderen Nummern stockt einem vor Aufregung der Atem. Ganz besonders bei Maryna & Chris, wenn sie auf Rollschuhen auf einer kleiner Runden Bühne, die kaum einmal Platz für beide bietet, herumwirbeln und sich gegenseitig herumschleudern, dass man Angst hat, die Dame schlägt mit dem Kopf auf. Das ist absolute Millimeterarbeit, Körperbeherrschung und ein riesiger Kraftakt.

Doch auch alles was sich “dazwischen” bewegt, verdient sich in dieser Show die Auszeichnung “exzellent”. Wer z. B. dachte, dass man beim Thema Jonglage oder an den Diabolos schon alles gesehen hätte, wird vom Duo Twin Spin eines Besseren belehrt. Sie jonglieren über mehrere Banden, da werden die erfahrensten Billardspieler neidisch und Mathelehrer freuen sich, dass es doch Schüler gibt, die in Geometrie aufgepasst haben.

Ein weiteres Duo sorgt beim Vertical Pole für Entzückung, das Duo El Beso. Auch hier wird auf allerhöchstem Niveau gezeigt, wie anmutig und atemberaubend man sich zu zweit am Pole präsentieren kann. Das ganze potenziert sich sogar noch, wenn der Pole nicht fest auf dem Boden steht, sondern sich freischwingend über der Bühne befindet.

Das Duo Twin Spin. (Foto: Toofan Hashemi)
Das Duo Twin Spin. (Foto: Toofan Hashemi)

Auf dem Boden geblieben ist hingegen Sheyen Caroli. Kontorsion ist ihr Fachgebiet, was nichts anderes bedeutet, als das sie ihren Körper auf unmöglichste Art verbiegen kann. Aber auch dies geschieht hier in unnachahmlicher Weise: so bringt sie den Pfeil beim Bogenschießen mit den Füßen sicher ins Ziel, während sie quasi auf dem Kopf steht – so etwas gibt es wahrlich nicht oft zu sehen.

“Keine halben Sachen” –  selten ist ein Show-Motto im GOP so brillant umgesetzt worden wie hier, denn dieses Programm gibt sich keine Blößen, und so eine Highlight-Dichte findet man nur sehr selten.

Alle Infos zu den Spielzeiten und Tickets findet ihr hier.
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Stephan Günther

(sg) - Gründer bei ALLES MÜNSTER
In Münster geboren und aufgewachsen, ist Stephan Günther dieser Stadt bis heute treu geblieben. Zusammen mit Thomas Hölscher brachte er im Frühjahr 2014 das Onlinemagazin „auf die Welt“. Fasziniert von der Vielfältigkeit der Musik, findet man ihn am häufigsten auf Konzerten, meistens hinter einer Kamera, gerne aber auch mit Notizblock und Stift. Ansonsten hält er seine Augen aber auch für alles andere offen, was in seiner Heimatstadt so passiert.

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