Gemischte Gefühle bei Grease

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(Foto: sg)
(Foto: sg)

Ja, es ist ein Musical. Ja, es darf trivial sein! Ja, man darf im Musical ein wenig übertreiben und künsteln!

Wohlwissend dieser Tatsachen und mit reichlich „Grease“-Erfahrungen aus früheren Jahren, freute ich mich auf einen heiteren und seichten Musicalabend im Messe und Congress Centrum Halle Münsterland

Bunt und den 60ern entsprechend stylish präsentierte sich die für eine Tourneeproduktion doch recht aufwändige Kulisse. Petticoats und Lederjacken wohin das Auge blickt, ein tolles Bild und perfekt umgesetzt.

„Perfekt umgesetzt“ trifft leider in anderen Belangen nicht ganz zu. Der Sound war in den ersten reihen recht breiig und es fiel schwer, den Gesang herauszuhören. Schade, gerade auf den hochpreisigen Plätzen kann man ein wenig mehr erwarten.

Was den musikalischen Part betrifft, wollte ich ebenfalls nicht so recht warm werden. Die meisten Songs wurden gefühlt viel zu schnell gespielt. Dies irritierte stark, bekommt man doch das Gefühl, dass da die, übrigens im Foyer platzierte, Liveband den schnellen Feierabend herbeisehnte.

Hier sei aber gesagt, dass meine letzte Erfahrung mit ‪#‎Grease‬ schon eine Dekade zurückliegt und ich sonst nur den Original-Soundtrack im Ohr habe. Trotzdem wirkte es irgendwie fremd.

Das Soundproblem wurde wohl während der Pause angegangen, denn danach hörte sich alles weit freundlicher an.

Einer der Höhepunkt des Musicals ist im Normalfall der Soloauftritt von Sandra D. mit „Hopelessly devoted to You“, im Original ein wahnsinnig emotionaler Moment der Show. Leider nicht heute Abend. Es fehlte einfach der letzte Funken Herzblut, was leider dazu führte, das der Song lieblos daher gesungen wirkte. Schade, freut man sich doch gerade auf solche Gänsehautmomente.

Wie sagt man aber so schön? Es war nicht alles schlecht und es liegt mir auch fern, die Show zu verreißen. Das Publikum war sichtlich zufrieden und hörte über diese Schwächen hinweg oder war einfach nicht so kritisch wie ich. Darauf kommt es ja letztendlich an, alle hatten ihren Spaß. So gab es beim großen Finale „Standing Ovations“.

Ein paar Bilder gibt es hier.

Stephan Günther
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