Flüchtlingszuweisungen: Münster am Limit

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In der York-Kaserne werden von den Hilfsorganisationen weitere 250 Plätze für Flüchtlinge geschaffen. (Archivbild: th)
In der York-Kaserne werden von den Hilfsorganisationen weitere 250 Plätze für Flüchtlinge geschaffen. (Archivbild: th)

Seit Mitte August sind rund 130 Flüchtlinge pro Woche in der Stadt angekommen. Die Tendenz scheint steigend: Allein in dieser Woche wurden vom Land 287 Flüchtlinge zugewiesen, in der nächsten Woche sei mit ähnlichen Zahlen zu rechnen, heißt es von Seiten der Stadt.

“Wie hoch die Zuweisungen künftig tatsächlich ausfallen, kann auch das Land nicht prognostizieren”, erklärt Stadträtin Cornelia Wilkens, “bleibt es auf diesem Niveau, führt kein Weg daran vorbei, vorübergehend auch Gebäude zu nutzen, die sich für größere Sammelunterkünfte eignen.”

Um die enorme Herausforderung zu meistern, tagen künftig städtische Ämter und Hilfsorganisationen regelmäßig im “Stab für außergewöhnliche Ereignisse”. Dort sollen auf auf kürzestem Weg Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden. Denn die Entwicklung der vergangenen Wochen hat alle Planungen überholt. Die eigentlichen Kapazitäten des Sozialamtes, die eigentlich mindestens bis Mitte November ausgereicht hätten, sind mittlerweile erschöpft, städtische Einrichtungen sind deutlich überbelegt.

Nun gilt es zunächst, die kommenden Wochen zu überbrücken. Ab dem nächsten Monat stehen im ehemaligen Finanzamt an der Münzstraße 150 Plätze zur Verfügung, in zwei weiteren Gebäuden der Lützow-Kaserne sollen 200 Menschen unterkommen. Außerdem geht in der Oxford-Kaserne die Aufnahme des Landes für zirka 700 Flüchtlinge in Betrieb, die ebenfalls auf die Zuweisungen an die Stadt angerechnet wird.

Gestern konnte im Krisenstab vermeldet werden: Die Hilfsorganisationen können dem Sozialamt in einem weiteren Gebäude der York-Kaserne sofort 250 Plätze zur Verfügung stellen, die ursprünglich anderweitig genutzt werden sollten.

Gleichzeitig soll parallel eine Reihe denkbarer Unterbringungsmöglichkeiten geprüft und gegebenenfalls die Umsetzung und Vorbereitung eingeleitet werden. Fest steht: Im alten Hauptzollamt werden schnellstmöglich 100 Flüchtlinge untergebracht, sobald eine sanitäre Mindestausstattung zur Verfügung steht (wir berichteten). Außerdem beantragt die Stadt, noch mehr Gebäude der Lützow-Kaserne belegen zu dürfen.

Thomas Hölscher

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