Familienhaus: 20 Jahre Nähe und Zuflucht

Monika und Simon Schlattmann führen das Familienhaus am UKM. (Foto: th)
Monika und Simon Schlattmann führen das Familienhaus am UKM. (Foto: th)

Am 11. Oktober 1996 wurde das Familienhaus an der Albert-Schweitzer-Straße eröffnet. Nur einen Steinwurf von den Bettentürmen des UKM entfernt, bietet die Einrichtung 40 Appartements für die Angehörigen von Patienten mit schweren oder gar lebensbedrohlichen Krankheiten. Mit vielen Unterstützern, Ehrenamtlichen und Freunden des Hauses wurde gestern Jubiläum gefeiert, zu dem auch Schirmherrin Ute Lemper anreiste.

„Das Familienhaus ist ein Beweis für großes bürgerschaftliches Engagement in der Stadt“, erklärte Monika Schlattmann zu Beginn der Feierlichkeiten. Sie war 1992 diejenige, die das Projekt initiierte und den „Verein Familienhaus am Universitätsklinikum Münster e. V.“ gründete. Für ihr Vorhaben musste viel, viel Geld her, ein Benefizkonzert im Stadttheater sollte helfen. „Ich habe Tina Turner, Udo Jürgens und Ute Lemper angeschrieben“, erinnert sich Schlattmann, „doch Ute Lemper war die einzige, die geantwortet und gleich zugesagt hat.“ Seitdem ist die Musical- und Chansonsängerin Schirmherrin des Familienhauses.

Auch sie erinnert sich noch gut an das Benefizkonzert, das sie als gebürtige Münsteranerin mit auf die Beine stellte. „Zwar haben wir damit noch nicht besonders viel Geld sammeln können, dennoch war es toll, wir haben damit sehr viel Aufmerksamkeit erregen können.“ Das Familienhaus sei jeher ein wichtiger Ort, so Lemper: „Denn wenn Menschen so krank sind, ist es auch für die Angehörigen schwer, diese schreckliche Realität zu begreifen.“

Ute Lemper (re.) ist Schirmherrin des Familienhauses und Unterstützerin seit der ersten Stunde. (Foto: th)
Ute Lemper (re.) ist Schirmherrin des Familienhauses und Unterstützerin seit der ersten Stunde. (Foto: th)

Prof. Dr. Claudia Rössig ist Direktorin der Kinderonkologie am UKM. Sie erlebe oft, wie eng es in den Patientenzimmern sei, vor allem dann, wenn die Eltern der kleinen Patienten auch dort übernachten. Daher sei die Arbeit des Familienhauses enorm wichtig. „Es ist aber nicht nur die Nähe zum Klinikum, hier haben die Menschen nicht bloß ein Bett, sondern auch Zuflucht in extremen Situationen“, betont Rössig.

„Die Nachfrage nach den Zimmern im Haus ist groß“, weiß Simon Schlattmann. Er leitet das Haus und das 35-köpfige Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen. Oft müsse er Angehörigen absagen, erklärt er. Auf ein Zimmer kämen im Schnitt acht Anfragen. Um die Kapazitäten zu erhöhen, plant er auf einem benachbarten Gelände ein weiteres Haus mit 24 Betten. Die Pläne für den Neubau sind fertig, was noch fehlt sei die Zustimmung des Bistums, denn dem gehöre das Grundstück.

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Thomas Hölscher

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