Erster Wikingermarkt im Mühlenhof

Der erste Wikingermarkt im Mühlenhof war ein schönes Erlebnis für die ganze Familie. (Foto: ka)
Der erste Wikingermarkt im Mühlenhof war ein schönes Erlebnis für die ganze Familie. (Foto: ka)

Das Thema Wikinger kann auch heute noch begeistern: Bei strahlendem Spätsommerwetter bildeten sich zu Hochzeiten vor der Kasse des Mühlenhofes am Wochenende lange Schlagen.

Familien mit Kindern, Touristen und historisch korrekt gekleidete Besucher drängten auf das Gelände. Dabei mochte man sich fragen, wie alte Bauernhäuser und Wikinger überhaupt zusammenpassen – lebten doch die Wikinger im frühen Mittelalter in Skandinavien und sind die historischen münsterländischen Hofanlagen des Freilichtmuseums Mühlenhof jüngeren Datums. Sie stammen vielfach vom Beginn des 20. Jahrhunderts.

Ein großer Zeitsprung also, der aber weder den Besuchern noch den Darstellern etwas ausmachte. „Die Wikinger sind eine schöne Bereicherung“, fasst es eine Besucherin zusammen – zumal für den historischen Markt kein zusätzlicher Eintritt erhoben wurde. Zu sehen gab es neben den üblichen Attraktionen des Mühlenhofes, den offenen Häusern, Schuppen, Handwerkerstätten, der Bienenzucht und den Bauerngärten, an diesem Wochenende ausnahmsweise auch zahlreiche Wikingerzelte, die sich harmonisch in das Gelände einfügten. Neben der museumseigenen Gastronomie bot eine Wikingertaverne Getränke an, außerdem gab es Flammlachs und Grillwurst an schlichten, rauen Holzständen. Plastik und andere moderne Devotionalien suchte man vergeblich. Hier wurde auf größtmögliche historische Korrektheit geachtet.

Viele der Besucher kamen in historischer Kleidung. (Foto: ka)
Viele der Besucher kamen in historischer Kleidung. (Foto: ka)

Zahlreiche Handwerker zeigten alte Techniken wie Zinn- und Bronzeguss, Holz- und Knochenschnitzen, das Färben mit Pflanzenfarben oder Nadelbinden, eine alte nordische Handarbeitstechnik. Wer mochte, konnte die handwerklich gefertigten Gegenstände auch käuflich erwerben. Die Händler- und Lagerdarsteller zeigten sich allesamt gut gelaunt und offen für Fragen jeder Art. Kinder konnten Wikingerschiffe angeln oder mit präzisen Ballwürfen dafür sorgen, dass ihr Boot schnell ins Ziel kam.

Einmal am Tag zogen eine Kampfvorführung und eine historische Modenschau die Interessierten noch tiefer in jene längst vergangene Zeit. Die Wikinger kennen wir heute vor allem als kriegerisches Volk – im Mühlenhof lag der Fokus auf den friedlichen, handelnden und handwerklich begabten Nordmännern und -frauen. Rund 120 Darsteller aus ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus waren eigens für die Veranstaltung angereist. Der erste Wikingermarkt im Mühlenhof Freilichtmuseum war ein toller Auftakt für die ganze Familie, der hoffentlich im nächsten Jahr wiederholt werden wird.

Katja Angenent

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