Kulturerbejahr: Ein Fest für den Frieden

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Dr. Hermann Arnhold, Prof. Norbert Nowotsch, Prof. Dr. Alfons Kenkmann, Bernadette Spinnen und Matthias Lückertz (v.l.) stellen das Programm vom 28. April vor. (Foto: mb)
Dr. Hermann Arnhold, Prof. Norbert Nowotsch, Prof. Dr. Alfons Kenkmann, Bernadette Spinnen und Matthias Lückertz (v.l.) stellen das Programm vom 28. April vor. (Foto: mb)

Wenn am 28. April sowohl das Eröffnungsfest zum Europäischen Kulturerbejahr als auch das Hansemahl auf Münsters Prinzipalmarkt stattfinden, laufen zwei Geschichtsstränge zusammen, die für unsere Stadt von übergeordneter Bedeutung sind, die Tradition als Hansestadt und als Ort des Westfälischen Friedens, wie die Leiterin von Münster Marketing, Bernadette Spinnen, erläutert.

Beide Veranstaltungen werden fließend ineinander übergehen, um 12.00 Uhr wird Oberbürgermeister Markus Lewe zusammen mit den Kaufleuten die Hansetafel eröffnen, die in diesem Jahr mit einer Rekordlänge von rund 150 Metern nahezu den gesamten Prinzipalmarkt umfassen wird. „Münster hat eine große Kultur als guter Gastgeber“, sagt Matthias Lückertz von der „Initiative starke Innenstadt“ und fügt hinzu: „Mehr denn je ist es wichtig, sich diesem Thema intensiv zu widmen“. Bei westfälischen Schnittchen, Pinkus Bier, Wein, Kaffee und Tee und Musik können sich Bürger und Gäste in Münsters guter Stube unter hoffentlich blauem Himmel bedienen lassen.

Um 16.30 Uhr folgt die offizielle Eröffnung des Europäischen Kulturerbejahrs durch Prof. Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie Markus Lewe und seinem Osnabrücker Kollegen Burkhard Jasper. Um 21.00 Uhr wird der Prinzipalmarkt dann erstmals zum Dance-Floor, wenn wieder die Kopfhörerparty mit Musik der DJs aus dem Heaven, der Gazelle und Antenne Münster an den Start geht. Je nach Kanal, der am Kopfhörer ausgewählt wird, können die Gäste zu Pop, Elektro oder Latin Sound abfeiern.

Das Europäische Kulturerbejahr 2018 wurde von der Europäischen Kommission ausgerufen und soll die Bürger Europas dazu animieren, sich der Wurzeln ihrer Geschichte und der gemeinsamen Werte bewusster zu werden. „Das Thema soll möglichst verständlich an die Bürger herangetragen werden und nicht nur für Experten von Interesse sein“, erläutert Spinnen. Fünf münsterische Museen kooperieren in ihren Ausstellungen miteinander, um sich dem Thema Frieden unterschiedlich zu nähern. Bis zum 2. September zeigen das LWL-Museum für Kunst und Kultur, das Archäologische Museum, das Kunstmuseum Pablo Picasso, das Stadtmuseum und das Bistum in den Räumen des LWL-Museums sehr unterschiedliche Ausstellungen, die am Tag der Eröffnung des Europäischen Kulturerbejahres kostenlos besucht werden können. „Der Westfälische Friede war über viele Jahrhunderte hinweg eher ein Schandfleck in der Deutschen Geschichte“, erklärt Dr. Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Museums, „erst seit 1945 ist dieses historische Ereignis positiv besetzt“.

Auf interaktiven Tablets haben Besucher der Bürgerhalle zukünftig die Möglichkeit, sich über den Westfälischen Frieden zu informieren. (Foto: mb)
Auf interaktiven Tablets haben Besucher der Bürgerhalle zukünftig die Möglichkeit, sich über den Westfälischen Frieden zu informieren. (Foto: mb)

Auch die Bürgerhalle im historischen Rathaus wird sich grundlegend verändern, „aktuell ist das ja eher ein Kessel Buntes, der seiner Bedeutung als Geschichtsort schon längst nicht mehr gerecht wird“, wie der Historiker Alfons Kenkmann schmunzelnd anmerkt. Dies soll sich im Verlauf des Jahres ändern, Start ist ebenfalls am 28. April. An vier interaktiven Standorten innerhalb der Halle mit Touchscreens, Monitoren und Tabletts können sich die Besucher über die Bedeutung des Westfälischen Friedens auf unterschiedlichen Vertiefungsebenen informieren. Ein Angebot, das gerade für Schulklassen sehr interessant sein wird, wie die Initiatoren glauben. Überhaupt wird die Bedeutung der Zusammenarbeit mit den Schulen immer wieder hervorgehoben. „Die Gegenwart ist ein Haufen Geschichte unter unseren Füßen“, wie Kenkmann betont und diesen Haufen zu erforschen, soll das zukünftige Angebot in der Bürgerhalle ermöglichen.

Die Aktivitäten in Münster und Osnabrück während des Europäischen Kulturerbejahres werden mit 571.000 Euro durch den Bund gefördert, dies sei die höchste Fördersumme aller Aktionen und unterstreiche die Bedeutung dieses Ereignisses, wie die Organisatoren betonen. Das Kulturerbejahr solle auch keine Eintagsfliege sein, wie Bernadette Spinnen sagt, sondern das Fundament bilden, um die Kommunikation innerhalb des „Netzwerkes Europäisches Kulturerbe“ zu verbessern und weit über dieses Ereignis hinaus zu wirken.

Hier finden sich alle Informationen zum Europäischen Kulturerbejahr und zum Eröffnungstag am 28.04. in Münster: Kulturerbejahr
Michael Bührke

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