Die mächtigen Kassierer im Skaters Palace

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Die mächtigen Kassierer im Skaters Palace. (Foto: th)
Die mächtigen Kassierer im Skaters Palace. (Foto: th)

Wenn die Kassierer in die Stadt kommen, dürfte eigentlich jedem klar sein, was einen erwartet. Damit man sich nicht missversteht, stellte Wölfi, der kauzige Frontmann der Wattenscheider Punkband das Motto zu Beginn der Show in Münster noch einmal klar, “Besoffen sein”. Musste aber eigentlich nicht mehr erklärt werden, ein Großteil der Fans hatte sich am Freitag diesbezüglich schon hervorragend vorbereitet.

Ein Abend mit viel Bier, tiefsinningen leicht mitzusingenden Texten und den bandtypischen Obszönitäten. Was will man mehr? Eben! Die Band, mindestens genau so gut vorbereitet wie das Publikum übrigens, bot den Fans genau das, eine große Punk-Party. Wölfi brauchte nicht mal ein ganzes Lied, bis traditionsgemäß das erste Mal die Hüllen fielen und er so, wie Gott ihn schuf, vor dem Publikum stand. “Ausziehen, ausziehen!”, skandierte das Publikum nicht immer ganz ungestraft, so mussten sich auch Zuschauer auf der Bühne an ihren Forderungen messen lassen. Man nahm es mit Humor und die per Luftpost servierten Biere sind wohl definitiv als Dankeschön auf Punk-Art zu werten.

Kleidung ist bei den Kassierern eher überbewertet. (Foto: th)
Kleidung ist bei den Kassierern eher überbewertet. (Foto: th)

Alle Hymnen wurden gespielt, dabei ging es, das sei an dieser Stelle erwähnt nicht nur um profane Themen, wie “Das schlimmste ist, wenn das Bier alle ist” oder Gemüse an Geschlechtsteilen, sondern auch um ganz alltägliche Probleme wie die Größe bestimmter Körperteile oder das Leben mit einem zu großen Gehirnvolumen. Die Kassierer eben, hier bleibt kein Misstand unerwähnt. Wölfi unterhielt das Publikum fantastisch, auch wenn er sich manchmal die Aufmerksamkeit durch entkleiden “erschleichen” musste.

Einem Grundsatz ist er ebenfalls treu geblieben, seine Texte lernt er nicht auswendig. Warum auch, man kann sie besser ablesen, das erspart Arbeit. “Arbeit ist scheiße”, noch so ein Grundsatz, dem die Kassierer treu bleiben, immerhin war der Sänger mit dieser Parole bereits “Europa-Kanzlerkandidat” der APPD – Anarchistische Pogo Partei Deutschlands.

Solche Abende darf man nicht zu ernst nehmen, man muss sie einfach feiern und genießen. Damit ist man aber wieder beim Thema Geschmack, den kann man haben, muss man aber nicht. Die Kassierer zwingen keinem etwas auf, sie machen das, was ihnen Spaß macht, Singen und Unterhalten, auf ihre ganz spezielle Art, das weiß man aber vorher. Bitte mehr davon, oder besser nicht, sonst bleibt es nichts besonderes mehr. Daumen hoch für einen großartigen Abend!

Stephan Günther
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