Die gute Sache gewinnt – “Plattenladen” kann 9000€ spenden

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Ole Plogstedt und Tim Hackemack, die beiden Initiatoren des "Plattenladen für einen Tag". (Foto: th)
Ole Plogstedt und Tim Hackemack, die beiden Initiatoren des “Plattenladen für einen Tag”. (Foto: th)

 

“Plattenladen für einen Tag” – So der Titel des wohltätigen Platten- und Devotionalienverkaufs, welchen Fotograf Tim Hackemack in Kooperation mit Fernsehkoch Ole Plogstedt am Sonntag in der Sputnikhalle veranstaltete. Zahlreiche Bands, Musiker oder Labels aller Sparten stifteten dafür T-Shirts, teils seltene oder signierte Platten, CDs, Bücher oder DVDs. Alles, damit der Gesamterlös dieser Veranstaltung komplett an die Organisation “Sea Watch” gespendet werden konnte.

Sea Watch, eine Organisation, die Hackemack, aber auch Ole Plogstedt sehr am Herzen liegt, “Ich finde das ist so ziemlich die wichtigste Aktion, die man zur Zeit machen kann. Man kann politische Probleme und alles Mögliche haben, aber da sind Leute, die sind auf dem Wasser und die lässt man absaufen. Heutzutage dürfte es kein Problem für die Regierungen sein, die alle rauszuholen, dann müsste keiner sterben. Das wird nicht getan. Da hat Sea Watch gesagt, „jetzt machen wir das“. Mare nostrum (Operation der italienischen Küstenwache und Marine zur Seenotrettung von Flüchtlingen, Red.) wurde ja irgendwann eingestellt und damit war niemand mehr da.”

So kamen dann auch etliche Hundert Plattensammler und Interessierten in die Sputnikhalle, offensichtlich mit prall gefüllten Geldbörsen. Ursprünglich wollte man die Veranstaltung im Sputnik Café durchführen, doch die enorme Menge an gespendeten Platten etc. “zwang” die Veranstalter in die benachbarte, um einiges größere Sputnikhalle auszuweichen. Hier gab es dann ausreichend Platz um alles auszustellen. In doppelter Hinsicht ein Gewinn, denn so konnte das angrenzende Café als Verpflegungsstation genutzt werden. Auch hier ging es ausschließlich um den guten Zweck. Der Münsteraner Kafferöster “Herr Hase” z. B. verkaufte hier Kaffeespezialitäten aus der hauseigenen Rösterei, Cocktailspezialist Björn Bochinski und befreundete Bartender mixten erlesene Drinks und Freunde und Bekannte der Veranstalter verkauften Kuchen und Herzhaftes. Keine Frage, dass auch der Erlös hier komplett gespendet wurde.

Tim Hackemack, Auktionator "El Bosso" und Ole Plogstedt bei der Plattenauktion. (Foto: th)
Tim Hackemack, Auktionator “El Bosso” und Ole Plogstedt bei der Plattenauktion. (Foto: th)

Das Barvermögen der Besucher sollte also auf keinen Fall wieder den Weg nach Hause finden. Wer bei den Platten noch nicht das seltene Stück fand, welches er suchte, konnte auf dem Außengelände bei der Plattenauktion sein Glück versuchen. Hier kamen besondere und auch besonders rare Plattenexemplare unter den Hammer, der von niemand anderem als dem Münsteraner Ska-Sänger “El Bosso” geschwungen wurde. Zum Aufwärmen gab es erst einmal einen Kräuterlikör “aufs Haus” um die Stimmung ein wenig zu lockern und dann konnte es auch schon losgehen. Nicht jede Platte fand hier auf Anhieb einen Abnehmer und so ließen es sich die Organsiatoren Hackemack und Plogstedt nicht nehmen, sich um die “Kettcar”-LP-Box einen erbitterten Bieterkampf zu liefern. 100€ später freute sich Hackemack über Zuwachs in seinem Plattenregal und auch in der Spendenkasse.

Am Ende des Tages konnten also mehr als 9000€ gezählt werden, die an Sea Watch gespendet werden. Ein tolles Ergebnis, auch wenn dies bei aller Freude an diesem Tag zeitgleich für jeden ein Anstoß sein sollte nachzudenken, ob und wie man so etwas weiterführen kann. So in etwa schrieb es Tim Hackemack im Anschluss auf Facebook, dies war nur ein Tag, aber das Problem existiert weiter. Vielleicht war dies ja der Zündfunke für viele andere Ideen, wie man mit etwas Engagement helfen kann.

 

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Stephan Günther

(sg) - Gründer bei ALLES MÜNSTER
In Münster geboren und aufgewachsen, ist Stephan Günther dieser Stadt bis heute treu geblieben. Zusammen mit Thomas Hölscher brachte er im Frühjahr 2014 das Onlinemagazin „auf die Welt“. Fasziniert von der Vielfältigkeit der Musik, findet man ihn am häufigsten auf Konzerten, meistens hinter einer Kamera, gerne aber auch mit Notizblock und Stift. Ansonsten hält er seine Augen aber auch für alles andere offen, was in seiner Heimatstadt so passiert.

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