Corona: Omikron dominiert in Münster Verlängerung der Maskenpflicht / „Eigenverantwortung der Stadtgesellschaft“

Omikron dominiert das Infektionsgeschehen der Stadt. Heute wurde die Maskenpflicht verlängert. (Archivbild: Ralf Clausen)
Omikron dominiert das Infektionsgeschehen der Stadt. Heute wurde die Maskenpflicht verlängert. (Archivbild: Ralf Clausen)

Mit über 1000 Neuinfektionen in der letzten Kalenderwoche des Jahres 2021 hat sich die Zahl der nachgewiesenen Coronafälle innerhalb von sieben Tagen mehr als verdoppelt. Wie viele davon der Virusvariante Omikron zuzurechnen sind, ist nicht nachvollziehbar (wir berichteten). Klar ist aber, dass Omikron schon jetzt das Infektionsgeschehen in Münster dominiert. Der städtische Krisenstab hat daher am Mittwoch weitere Entscheidungen getroffen. 

Die steigenden Infektionszahlen für Münster hat die Verwaltung in einer Grafik dokumentiert (siehe Bild unten, eine detaillierte Übersicht nach Stadtteilen, Alter und Neuinfektionen auch von geimpften Personen findet sich im Stadtportal). Sie zeigt auch, wie sehr sich die Inzidenz im Jahresverlauf 2021 und im Vergleich zu 2020 verändert hat. Der ursprüngliche Wildtypus des Virus und auch die Delta-Variante hatten im Verlauf der Pandemie zwar deutliche Spitzen gesetzt, Omikron aber sorgt, trotz der guten Impfquote in Münster, für Rekordwerte – im schlechten Sinne. Aktuell sind in der Stadt etwa 54 Prozent der Bevölkerung geboostert worden, davon 81 Prozent der Über-60-Jährigen. Rund 80 Prozent der 12- bis 17-Jährigen sind bereits doppelt geimpft.

Neuen Lockdown vermeiden

„Wir stehen erst am Anfang dieser neuen Welle“, betont Wolfgang Heuer, Leiter des städtischen Krisenstabs, „deshalb müssen wir dringend gegensteuern.“ Hier spiele die Eigenverantwortung der Stadtgesellschaft „eine große Rolle, um einen neuen Lockdown zu vermeiden“. Zugleich sei nach die vor die Einhaltung der bekannten Regeln äußerst wichtig, um gut durch die kommenden Wochen zu kommen. „Die können ansonsten sehr hart werden“, so Heuer weiter. Heute wurden daher weitere kurz- und mittelfristige Maßnahmen beschlossen.

Ohne Anmeldung zur Impfstelle

Noch an diesem Mittwochnachmittag (bis 20:30 Uhr) wie auch am Donnerstag (9:00 bis 20:30 Uhr) ist die Impfstelle im Jovel am Albersloher Weg zur Auffrischungsimpfung, aber auch zur Grundimmunisierung geöffnet. Eine Anmeldung ist dann nicht nötig, wie es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung heißt. Parallel zu einer Sonderimpfaktion von Jobcenter, Sozial- und Gesundheitsamt können sich alle Personen älter als 16 Jahre hier entsprechend dem Impfstatus vor einer schweren Covid-Erkrankung schützen lassen. Die Gesundheitskarte sollte mitgebracht werden, bestmöglich auch ein Impfausweis.

(Grafik: Stadt Münster)
(Grafik: Stadt Münster)

Verlängerung der Maskenpflicht

Darüber hinaus wird die Maskenpflicht in ausgewählten Straßen der Innenstadt bis zum 31. Januar verlängert. Damit gilt montags bis samstags in der Zeit von 10 bis 20 Uhr die Pflicht zum Tragen einer mindestens medizinischen Maske. „Diese Entscheidung liegt insbesondere in dem schlagartigen Anstieg der Infektionszahlen nach den Feiertagen begründet“, so Wolfgang Heuer. Die Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt auf dem Domplatz gilt vorerst bis Ende März. Das Ordnungsamt werde die Einhaltung „mehrfach am Tag konsequent überprüfen, ohne dabei die übrigen Aufgaben zu vernachlässigen.“ „Wir können zwar nicht überall zeitgleich sein, sind aber mit mehreren Teams dauerhaft unterwegs und entscheiden nach Einsatzsituation“, erklärt Ordnungsamtsleiter Norbert Vechtel.

Viele Infektionen im Innenstadtbereich

Dass die Zahl der Ansteckungen derzeit in die Höhe schießt, ist nicht nur, aber auch einer bestimmten Altersgruppe zuzuordnen. Gerade bei den 18- bis 29-Jährigen verzeichnet das Gesundheitsamt hier eine Inzidenz von über 650. Zum Vergleich: Bei den Über-60-Jährigen liegt die Inzidenz bei rund 92. Auch bündelt sich das Infektionsgeschehen, speziell im Innenstadtbereich. „Der Schutz vor einer Ansteckung mit Omikron durch eine Boosterimpfung liegt nach aktuellen Erkenntnissen bei etwa 40 bis 60 Prozent, bei der Delta-Infektion sind es noch rund 90 Prozent“, weiß Dr. Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des städtischen Gesundheitsamts. „Eine hohe Inzidenz in bestimmten Altersgruppen darf aber nicht für ein falsches Sicherheitsgefühl in anderen Dekaden sorgen – denn jeder einzelne Kontakt kann viele weitere Infektionen nach sich ziehen.“

Erneuter Aufruf zu Testungen

Mit Hilfe der Bürgertestungen können frühzeitig Ansteckungen festgestellt und Infektionsketten unterbrochen werden. Die Zahl der Testungen hat deutlich zugenommen: Im Schnitt lassen sich jeden Tag etwa 26.000 Menschen testen, die Positivrate liegt hier bei rund fünf Promille.

Alle Teststellen in Münster und weitere Informationen zum Thema Corona finden sich im städtischen Webportal unter www.muenster.de/corona

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