Corona: Helfen, wo Hilfe nötig ist Solidarität in Münster wächst / Facebook-Gruppen zur Koordinierung von Hilfen gegründet

Lesezeit: 4 Minuten
Corona breitet sich aus, Münster setzt auf Solidarität. (Foto: Thomas M. Weber / Bildmontage: Thomas Hölscher)
Corona breitet sich aus, Münster setzt auf Solidarität. (Foto: Thomas M. Weber / Bildmontage: Thomas Hölscher)

Das Corona-Virus macht sich im ganzen Land breit und lässt die Münsteraner enger zusammenrücken. Nicht wörtlich gesehen, sondern vielmehr auf solidarischer Ebene. Wir alle spüren die Auswirkungen der getroffenen Präventivmaßnahmen, doch viele Menschen in der Stadt werden in den nächsten Wochen auf Hilfe angewiesen sein. Um private Hilfsangebote zu bündeln, haben sich im Sozialen Netzwerk Facebook bereits erste Gruppen gebildet.

„Die Menschen in Münster haben in der Vergangenheit immer wieder Zusammenhalt bewiesen, wenn es darauf ankommt“, stellte Oberbürgermeister Markus Lewe in der vergangenen Woche fest und erinnerte sich vor allem an die enorme Hilfsbereitschaft der Bürger nach dem Starkregen von 2014. „Eine solche Solidarität der Bürgerinnen und Bürger müssen wir anstoßen und fördern“, betonte das Stadtoberhaupt.

Facebook-Gruppe „Charitypool Münster

Doch diesen Anstoß brauchte es scheinbar gar nicht. Eine der Facebook-Gruppen gibt es nämlich schon mehrere Jahre, wie beispielsweise den „Charitypool Münster“, der seit 2015 besteht. „Die damals akute Flüchtlingswelle hat zu unserem Zusammenschluss bunt gemischter Leute geführt“, erläutert Initiatorin Yasmin Winges. Viele der Freiwilligen seien schon nach dem großen Regen 2014 aktiv in der Hilfe gewesen. „Wir wissen also, was in Ausnahmesituationen zu tun ist und packen es an“, sagt die 40-Jährige entschlossen und betont, dass das nicht nur für akute Krisensituationen gelte, sondern auch im Alltag. Hier geht es vor allem um Einkaufsdienste, Begleitung bei Behördengängen oder auch um Vermittlung von Sachspenden. Nicht selten geht es aber um ganz elementare Bedürfnisse, weiß Winges. „Oft fehlt den Menschen auch nur jemand, der zuhört, ihre Sorgen ernst nimmt und sie an die Hand nimmt.“

Die Sorgen der Menschen sind jetzt, wo sich das Corona-Virus auch hier in der Stadt ausbreitet, mitunter schon groß. Entsprechend hoch ist auch der Zulauf in der Facebook-Gruppe, über die – wenn auch über Umwege – Senioren erreicht werden. „Über die Jahre hinweg haben wir immer wieder Menschen gehabt, die Einkaufs- oder Begleitdienste in Anspruch genommen haben. Diese empfehlen uns dann einfach weiter.“ In der Gruppe sind derzeit 70 Ehrenamtliche aktiv. Yasmin Winges freut sich: „Wir haben wunderbare Leute, teilweise auch vom Fach, die uns beraten und zur Seite stehen können, wenn es notwendig wird.“

Facebook-Gruppe „Corona-Hilfe Münster

Erst am Freitag gründete Lena Verst die Gruppe, als am Nachmittag bekannt wurde, dass es auch in NRW zu Schulschließungen kommt. Jetzt sei es wichtig, Hilfe zu koordinieren, und das nicht nur bei der Kinderbetreuung. „Ich bin sehr überrascht und gleichzeitig glücklich über den Zulauf in der Gruppe“, gibt Lena offen zu. Innerhalb von 24 Stunden sind knapp 450 Leute ihrer Gruppe beigetreten – Tendenz steigend. Bisher gebe es nur Angebote und keinerlei Gesuche in der Gruppe, sagt sie. „Ich finde, das zeigt deutlich, wie groß die Hilfsbereitschaft in Münster ist.“ Derzeit machen sich die Akteure darüber Gedanken, wie man auch ältere Menschen erreichen kann, die nicht online unterwegs sind. Doch vielleicht ist das gar nicht so kompliziert: „Ich könnte mir vorstellen, dass Angehörige von Senioren, die Hilfe benötigen, Hilfegesuche für diese einstellen“, so die 24-Jährige, die übrigens auch von der beispiellosen Hilfe in der Stadt nach dem Starkregen 2014 beeindruckt war.

Facebook-Gruppe „MS4H – Münster for Help

Das Motto aller Helfer ist wohl ähnlich. “Lasst uns gemeinsam mal allen zeigen, dass Münster wirklich gut ist in Solidarität, Hilfe und Nächstenliebe“, heißt es in der frisch gegründeten Gruppe „MS4H – Münster for Help“, lasst uns gegenseitig helfen und das Beste daraus machen!“

Facebook-Gruppe „Quarantäne in Münster – Wer geht mit Bello Gassi?

Der Name ist Programm, auch wenn sich das Angebot vermutlich nicht nur an Bello sondern auch an Waldi, Hasso und Lotte wendet. In der öffentlichen Gruppe bieten Freiwillige ihre Hilfe an, wenn die geliebten Vierbeiner trotz der Quarantäne von Herrchen und/oder Frauchen mal vor die Tür müssen. In dem Forum werden aber auch technische Frage besprochen, wie zum Beispiel die Verwendung der Leinen oder des Geschirrs aus der Wohnung des infizierten Halters.

SPD Münster

Hilfe beim Erledigen der Einkäufe oder sonstiger Besorgungen bietet die SPD Münster unter der Rufnummer (0251) 77090. Zielgruppen sind ältere Bürger und Menschen in Quarantäne.

Wir halten euch zum Thema "Corona" in unserem Nachrichtenticker auf dem Laufenden: www.allesmuenster.de/corona
Michael Bührke

5 Kommentare

  1. hallo ihr lieben helfer,
    ich habe gute feingewebte Baumwollstoffe, die ich gerne spenden würde. Leider hab ich es nicht so mit nähen, deshalb meine Frage: kennen sie freiwillige Näherinnen, die das übernehmen würden?
    von der corona-hotline habe ich ihre email adresse bekommen. ich würde den Stoff auch irgendwo in Münster hinbringen.
    herzlichen gruß von
    gerthild ambos

    1. Ich nähe Masken und kann Stoff immer und gut brauchen. Die Masken sind kostenlos, erwünscht sind aber Spenden für die Frauenhäuser Münster. Eine Kontonummer lege ich zu den fertigen Masken.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.