Blackout in Sachsen – Michael Mittermeier erhellt Leipzig

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(Foto: mediapool / Mane Huber)

Sind wir mal ganz ehrlich, es gibt Veranstaltungen auf die man sich einfach weniger freut, als auf eben andere.

Ursprünglich ein Interview mit einem anderen Künstler angefragt, schlussendlich beim neuen Programm von Michael Mittermeier gelandet. „Blackout“ lautet der Name, der so viel und auch wirklich nichts bedeuten könnte. Leipzig, Arena, 27.11., 20 Uhr, ich war da.

Als Freund des politischen Kabarett und mittlerweile Ignorant der oft sehr tumben deutschen Spaß-Comedy-Programme, war es mit der Erwartungshaltung ehrlich gesagt nicht wirklich weit her, leben doch die meisten massentauglichen Shows zunehmend von billigen Zoten, frivolen Zweideutigkeiten und simpel umgerührten Klischees.

Aber man soll ja nicht alle in einen Topf werfen! So entspannte ich mich und ließ das Programm in der gut gefüllten Arena zu Leipzig einfach auf mich wirken.

Nehmen wir es vorweg, ich war überrascht, und zwar positiv.

„Ein Aussetzer bzw. Blackout ist das plötzliche völlige Versagen eines Zustandes.“

„Hallo Läääbz’sch!“ und das Wikipedia Zitat zur Bedeutung des Programmnamens „Blackout“ läuteten die gut 2,5 Stunden des kurzweiligen Spagats zwischen Kalauern und Kabarett ein.

Fröhliches Kokettieren mit dem sächsischen Dialekt, gekonnt freche und passende Interaktion mit dem Publikum, vor allem aber auch das Anfassen heikler „Tabuthemen“ boten einen guten Mix, der für ein Otto normal Publikum fantastische Unterhaltung bot, aber auch die etwas anspruchsvolleren Humoristen im Publikum mitzureißen wusste.

Politik, die deutsche Vergangenheit und Themen des täglichen Lebens wurden sarkastisch und zynisch in Szene gesetzt, es blieb also kein Auge trocken. Die, bei Mittermeier in der Vergangenheit gerne übertrieben genutzten, großen Grimassen- und Mimik-Orgien wurden auf ein sehr gesundes Maß reduziert und so wirkte das ganze Programm in sich sehr stimmig und rund.

Ein Comeback nach Maß – Großer Schlussapplaus, völlig zurecht!

Von ALLES MÜNSTER gibt es also eine klare Empfehlung, die Tour geht noch bis Ende 2014 und führt durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, Termine findet ihr hier:

http://bit.ly/IzqzYN

Wer es nicht schafft, dem sei das Programm auf CD sehr empfohlen, die aktuelle Live-CD „Blackout“ gibt es natürlich im gut sortierten Fachhandel.

Stephan Günther
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