Begegnung von Musik und Literatur in der Friedenskapelle

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(Foto: Promo / Friedenskapeööe)
Concerto Recitativo (Foto: Promo / Friedenskapelle)

Zum Auftakt der neuen Spielzeit präsentiert die Friedenskapelle im Rahmen des Friedenskultumonats und am Weltfriedenstag ein völlig neues Konzertformat. Das Concerto Recitativo ist ein unterhaltsam-anspruchsvolles Konzerterlebnis mit musikalisch-literarischen Leckerbissen. Die beiden Künstler Prof. Dr. Hans Christian Schmidt-Banse, Professor für Musikwissenschaft an der Universität Osnabrück, und seine Frau Annette setzen auf Erzählspannung, die den Weg zum Kopf durch das Herz sucht, auf poetische Verdichtung bedacht ist und auf sprachlich-musikalische Verzauberung. Begleitet werden sie von dem Pianisten Volker Link.

Musik steht hier bewußt nicht nur für sich. Musik wird zum Gegenstand der Geschichte, eingebettet in eine unruhige Zeit. Im Konzert werden die Schicksale zweier Pianisten in der Nazi-Zeit beleuchtet. Einst lebte man auch als harmloser Pianist gefährlich, wie zum Beispiel der blutjunge Karlrobert Kreiten, hoffnungsvolles Talent, hochbegabt und den Kopf voller kühner Pläne. Andere lebten sehr behaglich, weil sie sich arrangiert hatten mit der braunen Macht. Elly Ney zum Beispiel, jene Künstlerin mit titanischer Aura, als wäre sie die weibliche Ausgabe Ludwig van Beethovens. Der eine, Kreiten, bezahlte mit seinem Leben. Die andere, Ney, war nach dem Krieg wieder da, obwohl stramme Antisemitin. Zwischen beiden die Musik Beethovens. Nimmt die Mondscheinsonate Schaden, wenn sie von den Fingern einer aus heutiger Sicht politisch verwerflichen Person gespielt wird; klingt sie anders unter den Händen eines unschuldigen Menschen mit tadelloser Moral? An diesem unglückseligen 3. Mai des Jahres 1943 geht die Welt unter, nicht aber die Mondscheinsonate, auch wenn sich ihr Glanz vorübergehend eintrübt.

21. September, 19:00 Uhr, Friendenskapelle, Tickets: WN Ticketshop, Reiseland RATIO: 0251 6742130, www.friedenskapelle-ms.de

Stephan Günther
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