Auf mögliche Ausgangssperre vorbereitet Krankenhäuser schichten Kapazitäten um / Corona-Hilfezentren und Quarantäne-Stationen in Vorbereitung

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"Wir haben es in der Hand, die Verbreitung dieses Virus zu verlangsamen, seine Auswirkungen zu begrenzen und Maßnahmen wie eine Ausgangssperre zu verhindern", sagt Oberbürgermeister Markus Lewe. (Archivbild: Michael Bührke)
“Wir haben es in der Hand, die Verbreitung dieses Virus zu verlangsamen, seine Auswirkungen zu begrenzen und Maßnahmen wie eine Ausgangssperre zu verhindern”, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe. (Archivbild: Michael Bührke)

Am Freitag hat der städtische Krisenstab erste Vorkehrungen für mögliche Ausgangssperren getroffen, die auch hier in Münster anstehen könnten, „weil es immer noch Menschen gibt, die sich nicht an die Regeln halten“, wie Oberbürgermeister Markus Lewe betont. Ein Abflachen der Infektionskurve ist derzeit nicht in Sicht: Die Bezirksregierung meldete am frühen Abend für Münster 219 bestätigte Corona-Fälle.

Die bislang getroffenen Maßnahmen scheinen nicht auszureichen, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens werden jetzt immer wahrscheinlicher. Die Polizei Münster bereitet sich darauf vor, eine mögliche Ausgangssperre in der Stadt zu überwachen. Polizeipräsident Rainer Furth bittet die Bürger dringend, sich nicht mehr in Gruppen in der Öffentlichkeit aufzuhalten und den Anweisungen von Ordnungsamt und Polizei Folge zu leisten: „Verlassen Sie Ihre Wohnung nur, wenn Sie es wirklich müssen. Tun Sie es bitte allein oder nur mit einem Menschen, mit dem Sie zusammenleben. Vermeiden Sie jede Form von Gruppenbildung in der Öffentlichkeit und halten Sie Abstand.“ Regierungspräsidentin Dorothee Feller appelliert, nicht in die Niederlande zu fahren. Die Gefahr, das Coronavirus über die Grenze zu tragen oder von dort mitzubringen sei zu groß, sagt sie. „Alles zu unterlassen, was unsere Nachbarn und uns gefährdet, ist ein Gebot der Freundschaft, die uns mit den Niederlanden verbindet.“

Unterdessen schreiten die Vorbereitungen für mehrere Corona-Hilfezentren voran. An mehreren Standorten sollen infizierte Patienten, die lediglich milde Symptomen zeigen, sich aber aufgrund besonderer Lebensumstände nicht selbst versorgen können, pflegerisch und logistisch unterstützt werden. Zusätzlich werden Quarantäne-Stationen für Menschen wie etwa Alleinstehende vorbereitet, deren Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs unter häuslichen Bedingungen besonders schwierig ist. Auch soll es neue Einrichtungen für die vorübergehende Betreuung von Obdachlosen geben. In den Krankenhäusern stellt man sich auf die Behandlung größerer Gruppen von Corona-Erkrankten ein: Im UKM wurden beispielsweise einige Operationssäle geschlossen, um mit dem Personal die Intensivstationen zu verstärken.

Anfang der Woche will Oberbürgermeister Lewe Gespräche mit der lokalen Wirtschaft aufnehmen. Es soll darum gehen, für kleinere Unternehmen, für Gastronomen, aber auch für große Unternehmen unmittelbare Hilfe zu koordinieren. „Hier herrscht große Unsicherheit“, weiß Lewe und verspricht: „Was wir als Stadt dazu leisten können, tun wir.“

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