Anthrax: Thrash Metal Tradition im Skaters Palace

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Joey Belladonna von Anthrax im Skaters Palace. (Foto: sg)
Joey Belladonna von Anthrax im Skaters Palace. (Foto: sg)

Ein etwas trauriges und skurriles Bild bot sich am Mittwoch im Skaters Palace. Anthrax, einer der wirklich großen Namen der Metal-Geschichte spielt eines von 2 Deutschland-Konzerten im schönen Münster und die Halle wirkt gerade einmal halb voll. Ist Münster etwa kein gutes Pflaster mehr für Metal und seine Unterarten? Diese Frage lässt sich abschließend wohl nicht beantworten, festhalten muss man aber, dass die Zuhausgebliebenen wirklich etwas verpasst haben.

35 Jahre Bandgeschichte, zwar nur noch mit einem wirklichen Gründungsmitglied, schlugen gewaltig auf im Skaters Palace. Purismus scheint bei Anthrax eine Art Credo zu sein. Keine Vorband, keine überdimensionierte Lichtshow mit großen Effekten und ein aufgeräumt klares Bühnenbild – Eine kleine Zeitreise in die 80er/90er. Alles war ausgerichtet auf die Band selbst und natürlich die Musik.

Eine neue Platte hatte man natürlich auch mitgebracht. “For All Kings” heißt das gute Stück und genau dessen dramatisches Intro erklang, als mit knapp 30-minütiger Verspätung das Saallicht erlosch und die Bühne in ein dunkles Blau getaucht wurde. Das gewaltige “You Gotta Believe” folgte, wie auch auf dem Album, als Opener dem Intro und stellte sogleich unter Beweis, dass es auch live gut funktioniert. Sänger Belladonna fegte, stimmlich stark, wie ein Derwisch über die Bühne und ließ alle direkt wissen, dass man sich von einer halbvollen Halle nicht davon abhalten lässt, Vollgas zu geben. Der Funke sprang über.

Publikumsliebling Scott Ian. (Foto: sg)
Publikumsliebling Scott Ian. (Foto: sg)

Alle anderen Bandmitglieder standen dem Sänger aber in nichts nach, Haare wurden geschüttelt und es wurde gepost, wie sich das für eine Thrash Metal Kapelle gehört. Rhythmusgitarrist Scott Ian, der “Star” der Band und einziges verbliebenes Gründungsmitglied von Anthrax war es aber, der oft die meisten Blicke auf sich zog. Immer wieder trat er nach vorne an die Bühnenkante um sich mit starker Mimik den Zuschauern zu präsentieren, natürlich mit seinem Markenzeichen, der Flying-V-Gitarre.

Arme Hoch und feiern war mittlerweile im Publikum das Motto und es dauerte nicht lange, bis die ersten Crowdsurfer im Bühnengraben “angeflogen” kamen. Musikalisch gab man sich keine Blößen und auch der schwierige Part der Songauswahl schien durchaus geglückt, denn in 35 Jahren haben sich eine Menge Songs angesammelt, was die Sache ja nicht einfacher macht. Die zwei Singleauskopplungen von “For All Kings”, “Evil Twin” und “Breathing Lightning” reihten sich nahtlos in einen Querschnitt der alten Hits wie “Caught In A Mosh” ein. Verschwitzte Menschen und zufriedene Gesichter hinterließ die Band dann nach 1,5 Stunden Spielzeit. Gefühlt sicher etwas kurz, aber Wünsche blieben wohl kaum offen.

 

Stephan Günther
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