Affentheater mit Alain Delon aus Altenessen – Herbert Knebel in Münster

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(Foto: th)
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Einen humorigen Einblick in den Alltag von vier Freunden aus dem Pott gewährte Herbert Knebel den rund 1000 Besuchern im ausverkauften Congress Saal des Messe und Congress Centrum Halle Münsterland.

Nach Münster, „dem Tor zu Telgte“, hatte Knebel am Samstag sein Wohnzimmer kurzfristig verlegt. Mit seinen Kumpels Ernst Pichel, Ozzy Ostermann und dem „Trainer“ machte er es sich auf dem Sofa neben der Stehlampe aus Gelsenkirchner-Barock-Zeiten gemütlich.

Es wurde viel erzählt, der Alltag im Ruhrgebiet hat nämlich einiges an Geschichten zu bieten. Selbst banale Dinge wie der Besuch einer Kaffeekette und den damit verbunden Schwierigkeiten einer Kaffeebestellung werden so zu erzählenswert lustigen Anekdoten.

Aber auch weltoffen präsentierten sich die Kumpels um den Frührentner Herbert. Nach Aachen findet man nämlich ohne Navi, wenn man auch vielleicht in Kassel strandet, wo es auch schön ist. Mit der Bahn fährt Knebel nicht so gerne, höchstens mal kurz nach Hamminkeln, da kann man sich nämlich so schön freuen, wenn man wieder nach Essen zum Bahnhof zurückkommt. Bei Argentinien, da hört die Toleranz dann aber auf, da isses zuhause doch schöner.

Die Einfachheit lässt Knebel eins werden mit dem Publikum, schnörkellos direkt und mit dem Herz auf der Zunge, so ist man im Pott, da kann sich jeder der Zuschauer sofort zurechtfinden. Sogar ein „Halts Maul!“ zum Publikum gewinnt auf einmal unerwarteten Charme, beim Thema Fußball gibt es eben keine zwei Meinungen.

Reden ist anstrengend, deswegen wurde im Wohnzimmer, wie es sich für einen Heimatabend gehört, natürlich auch musiziert. Jetzt wo Knebel seinen, an Elvis in den 70ern ausgeliehen, Konfirmationsanzug wieder zurück hat, wurde selbiger mit einem wunderbaren Cover von „Suspicious Minds“ gewürdigt.

Nicht ganz detailgetreue Übersetzungen gab es auch vom Stones-Klassiker „Brown Sugar“, „Blutzucker“ erzählte hier die Geschichte von einem folgenreichen Arztbesuch.

Ruhrpottromantik, Geschichten aus dem Alltag, übers älter werden und ein wenig Musik, welch fantastische Kombination für einen ganz entspannten Samstag Abend.

Fotos des Abends haben wir hier.

Stephan Günther
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