90 Plakate gegen Tierversuche Öffentlichkeits-Offensive von „Ärzte gegen Tierversuche“ / Demonstration am Samstag

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Mit einer Plakataktion will der Verein "Ärzte gegen Tierversuche" auch in Münster aufmerksam machen. (Foto: ÄgT)
Mit einer Plakataktion will der Verein “Ärzte gegen Tierversuche” auch in Münster aufmerksam machen. (Foto: ÄgT)

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) macht seit Ende Juni mit einer Plakattournee in 11 deutschen Städten darauf aufmerksam, dass Tierversuche nicht nur von Steuergeldern finanziert werden, sondern auch noch vor ihrer Haustür stattfinden. Seit Dienstag wollen die Akteure mit den 90 Bildern auch in Münster sensibilisieren.

„Alle Münsteraner sollen erfahren, dass Deutschlands größtes Affenlabor Covance, in dem jedes Jahr etwa 2.000 Affen verbraucht werden, hier seinen Sitz hat“, sagt Dr. Kristina Bee, Mitglied des ÄgT-Vorstandes. „Auch das Uniklinikum Münster forscht an Affen und anderen Tieren.“ Die Plakate sollen deutlich machen, „dass der typische Tierversuch überhaupt nichts mit einer bloßen Blutentnahme gemein hat, wie Experimentatoren immer wieder behaupten, um die Bevölkerung zu besänftigen“, heißt es in einem Statement von ÄgT. Das Gegenteil sei der Fall, Tierversuche seien grausam und würden außerdem nicht funktionieren. 95 Prozent aller Medikamente, die im Tierversuch zum erwünschten Ergebnis führen, würden in den klinischen Phasen am Menschen scheitern, da sie dort nicht wirken oder schwere Nebenwirkungen zeigen.

Münster sei eine Hochburg der Tierversuchsforschung, zudem hab hier auch „eine Marketingzentrale der bundesweiten Tierversuchslobby ihren Sitz“. Daher habe sich die Organisation in diesem Sommer gleich mehrere Schwerpunktaktionen entschieden. Schon seit einem Monat fahren drei Linienbusse durch die Stadt, die mit großen Lettern sagen: „Tierversuche sind unmenschlich“. Am Samstag soll eine große, bunte Demonstration durch die Innenstadt folgen. Los geht es um 12:00 Uhr von der Stubengasse aus.

Da Informationen darüber, wie Tierversuche genau ablaufen und was mit den Tieren gemacht wird, meist nur in Form von englischsprachigen Fachpublikationen vorliegen und nicht öffentlich zugänglich sind, dokumentiert ÄgT nach eigener Auskunft seit mehr als zwei Jahrzehnten mit einer umfangreichen, öffentlichen Datenbank die Tierversuchspraxis. „Die Münsteraner haben ein Recht darauf, zu erfahren, was in ihrer Nähe mit Tieren hinter verschlossenen Labortüren so gemacht wird“, so Dr. Kristina Bee abschließend. „Außerdem boomt weltweit die tierversuchsfreie Forschung und präsentiert bereits grandioses – das darf den Bürgern nicht länger vorenthalten bleiben.“

Mehr zum Thema: www.plakate-gegen-tierversuche.de

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