5 Fragen an: Ruprecht Polenz

 

(Foto: sg)
(Foto: sg)

 

Am Dienstag trug sich Polenz in das Goldene Buch der Stadt ‪#‎Münster‬ ein. Nach 19 Jahren ist der CDU-Abgeordnete aus dem Bundestag ausgeschieden.

Redakteur Stephan Günther sprach mit Polenz über Ruhestand, Ehrenamt und den SCP.

***

Herr Polenz, Sie blicken ja auf eine langjährige Karriere in diesem Bereich zurück, wie sind sie zur Politik gekommen, was für Beweggründe gab es damals?

„Als ich 1968 zum Studium nach Münster kam, habe ich mich in der Fachschaft Jura, im Studentenparlament und im AStA für bessere Studienbedingungen eingesetzt. Ich war in den Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) eingetreten, weil ich mit den Zielen und Methoden der zahlreichen linksradikalen und kommunistischen Gruppen, die damals an der Uni Münster tonangebend waren, nicht einverstanden war. Nach Abschluss meines Studiums hat mich die CDU gefragt, ob ich nicht für den Rat der Stadt kandidieren wolle. Daraus sind dann 19 Jahre Kommunalpolitik geworden. Zu keiner Zeit hatte ich damals vor, einmal Abgeordneter werden zu wollen. Was im Rückblick wie geplant aussieht, hat sich im Lauf der Zeit eher so ergeben.“

Als sie den Sprung in die Bundespolitik gemacht haben, haben sie ihren Wohnsitz in die Regierungsstadt verlegt, oder sind sie ihrer Heimat treu geblieben und gependelt?

„Zusammen mit meiner Familie wohne ich seit 1968 in Münster. Das hat sich auch durch die Arbeit als Abgeordneter nicht geändert. Ich bin in den Sitzungswochen Montag früh nach Berlin (früher nach Bonn) gefahren und Freitag Abend wieder nach Hause gekommen. Wenn man die Menschen gut vertreten will, für die man als Abgeordneter der Stadt Münster im Parlament sitzt, ist es gut, auch auf diese Weise einer von ihnen zu bleiben.“

Was sind ihre Pläne für die Zeit des Ruhestandes, haben sie sich komplett aus allen Geschäften zurückgezogen und sind tatsächlich „in Rente“ gegangen?

„Wie andere auch habe ich mich neben meinem Beruf ehrenamtlich engagiert. Das mache ich weiterhin: als stellvertretender Vorsitzender im Hochschulrat der Fachhochschule, als Vorsitzender des ZDF-Fernsehrats, im Beirat des USC Münster oder als Vorsitzender der THW-Helfervereinigung beispielsweise. Im nächsten Jahr arbeite ich als Senior Fellow am Istanbul Policy Center (IPC) und will ein kleines Buch schreiben über den Dialog mit dem politischen Islam. Außerdem freue ich mich über viel freie Zeit für meine Frau, unsere vier Kinder und die vier Enkel. Ich habe angefangen, Vorlesegeschichten für unsere Enkel zu schreiben.“

Freizeit, Samstags, sie haben den ganzen Tag Zeit und beschließen, sich einen schönen Tag in Münster zu machen und auszugehen, wie sieht/sähe der perfekte Tag für sie aus?

„Nicht zu früh aufstehen, gemütlich frühstücken, dann mit meiner Frau aufs Fahrrad zum Domplatz zum Stadtbummel, der im Marktcafe ausklingt. Nachmittags ins Preußen-Stadion (wenn Preußen auswärts spielt je nach Wetter entweder Nordic Walking bzw. Spaziergang mit unserem Hund oder ein gutes Buch), anschließend die Bundesliga zu Hause. Abends kommen gute Freunde auf ein Glas Wein vorbei.“

Sie sind dem Sport in Münster, speziell dem SC Preußen sehr zugetan, wie man ihrer ehemaligen Facebookseite entnehmen konnte, wir würden gerne ihr fachmännisches Statement zur sportlichen Lage und eine kurze Prognose für die nahe Zukunft des Vereins lesen.

„Wenn es richtig war, dass Preußen in der letzten Saison in den letzten Spielen dem Druck nicht gewachsen war, weil der Aufstieg plötzlich greifbar schien, war es vielleicht nicht die beste Idee, in dieser Saison von Beginn an vom Aufstieg zu sprechen und entsprechenden Druck zu erzeugen. Nach dem Sieg über Duisburg sollte die Mannschaft wieder selbstbewusster spielen können. Außerdem hilft der Erfolg auch leichter über Spannungen hinweg, die es in der Mannschaft geben soll. Ich traue den Preußen eine gute Rückrunde zu und freue mich darauf.“

Stephan Günther
Social

Stephan Günther

(sg) - Gründer bei ALLES MÜNSTER
In Münster geboren und aufgewachsen, ist Stephan Günther dieser Stadt bis heute treu geblieben. Zusammen mit Thomas Hölscher brachte er im Frühjahr 2014 das Onlinemagazin „auf die Welt“. Fasziniert von der Vielfältigkeit der Musik, findet man ihn am häufigsten auf Konzerten, meistens hinter einer Kamera, gerne aber auch mit Notizblock und Stift. Ansonsten hält er seine Augen aber auch für alles andere offen, was in seiner Heimatstadt so passiert.

sg@allesmuenster.de
Stephan Günther
Social