100 Jahre Fischbrathalle Münster Wie der Küstenfisch ins Binnenland kam: Das Stadtmuseum Münster präsentiert Fotos und Objekte zum Jubiläum des Restaurants

Foto aus der Präsentation, das die Gründerin Lina Meyer Mitte der 1950er-Jahre mit ihrem Team und Familie vor dem münsterschen Restaurant zeigt. (Foto: Privat)
Foto aus der Präsentation, das die Gründerin Lina Meyer Mitte der 1950er-Jahre mit ihrem Team und Familie vor dem münsterschen Restaurant zeigt. (Foto: Privat)

Das Stadtmuseum Münster widmet sich seit Freitag einem besonderen Jubiläum: 100 Jahre Fischbrathalle. Eine Präsentation im ersten Obergeschoss zeigt historische Fotografien und ausgewählte Objekte aus der Anfangszeit des Restaurants. Die Ausstellung ist noch bis zum 16. August zu sehen und macht deutlich, dass die Fischbrathalle nicht nur gastronomisch, sondern auch historisch fest zur Stadt gehört.

Die Geschichte der Fischbrathalle beginnt am 15. Mai 1926. An diesem Tag eröffneten Otto und Lina Meyer, geborene Langer, ihr Restaurant an der Schlaunstraße 8. Das Ehepaar war zuvor von Bremerhaven nach Münster gezogen und brachte mit der Fischbrathalle ein damals noch ungewöhnliches Angebot in die Stadt.

Möglich wurde dies erst durch die Industrialisierung: Moderne Verkehrswege und neue Kühlinfrastrukturen sorgten dafür, dass frischer Fisch regelmäßig und schnell aus den Küstenregionen ins Binnenland transportiert werden konnte. Diese Entwicklung veränderte nicht nur den Handel, sondern auch die Essgewohnheiten der Menschen – auch in Münster.

Alltagsgegenstände erzählen Geschichte

Erstmals sind nun originale Objekte aus den 100 Jahren Betriebszeit im Museum zu sehen. Dazu gehören unter anderem Teller mit der Aufschrift „20 Pfennig“ oder „50 Pfennig“. Sie zeigen, wie Gästen damals unterschiedliche Portionsgrößen angeboten wurden.

Ein besonderes Exponat ist ein Stuhl aus den Anfangsjahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er nicht nur im Restaurant genutzt, sondern auch in der benachbarten St.-Johannes-Kapelle. Weil dort durch Kriegszerstörungen Bänke fehlten, stellte die Fischbrathalle ihre Stühle für Gottesdienste zur Verfügung. Das Objekt steht damit exemplarisch für die enge Verbindung zwischen dem Restaurant und seiner Nachbarschaft.

Ein Blick in die Vergangenheit

Ergänzt wird die Präsentation durch historische Fotografien. Ein Bild zeigt etwa Lina Meyer in den 1950er-Jahren gemeinsam mit ihrem Team und ihrer Familie vor dem Restaurant. Es vermittelt einen persönlichen Eindruck von den Menschen hinter der Fischbrathalle und ihrer Bedeutung für das Stadtleben in Münster.

Mit der Ausstellung rückt das Stadtmuseum ein Stück Alltagsgeschichte in den Fokus – und erinnert daran, wie eng Gastronomie und Stadtentwicklung miteinander verknüpft sein können.

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